Bei zwei aufeinanderfolgenden Feiertagen darf nur an dem Ersten das Geschäft geöffnet werden. Das gilt auch für Bäckereien. - © Sarah Jonek
Bei zwei aufeinanderfolgenden Feiertagen darf nur an dem Ersten das Geschäft geöffnet werden. Das gilt auch für Bäckereien. | © Sarah Jonek

OWL Diese Verbote gelten an Karfreitag und Ostern

An Allerheiligen, Totensonntag oder auch Karfreitag gelten besondere Gesetze, die von der Bäckerei bis zur Diskothek viele Lebensbereiche betreffen. Verstöße werden mitunter drastisch bestraft

Gütersloh. Rund um die Osterfeiertage gelten in vielen deutschen Städten spezielle Bestimmungen und Verbote. Auch in OWL müssen die Unternehmen verschiedene Vorschriften beachten. Am Karfreitag sind zudem diverse Veranstaltungen untersagt, die einen unterhaltenden Charakter haben. Doch welche Veranstaltungen sind davon betroffen und wo sind am Osterwochenende überhaupt Brötchen zu bekommen? Was ist an Karfreitag zu beachten? Der Karfreitag gehört in Deutschland zu den sogenannten "stillen Feiertagen" und ist deshalb durch das Feiertagsgesetz des Landes Nordrhein-Westfalen besonders geschützt. An diesem Tag gilt nicht nur das an Sonn- und Feiertagen übliche Arbeitsverbot, sondern es sind auch noch weitere Einschränkungen zu beachten. Beispielsweise sind sportliche Veranstaltungen, gewerbliche Ausstellungen, musikalische und unterhaltende Darbietungen sowie der Betrieb von Spielhallen untersagt. Dies gilt für den gesamten Karfreitag bis einschließlich 6 Uhr am Samstagmorgen. Außerdem sind alle nicht-öffentlichen Veranstaltungen außerhalb von Wohnungen ebenfalls von dem Verbot betroffen. Hinzu kommt, dass bereits ab Gründonnerstag ab 18 Uhr ein generelles Tanzverbot gilt, weshalb auch Diskotheken und Bars an diesem Tag nicht öffnen. Auch in Freizeitanlagen und Schwimmbädern bleiben die Türen geschlossen. Welche Geschäfte dürfen an den Feiertagen öffnen? Im Ladenöffnungsgesetz des Landes NRW ist genau festgelegt, welche Geschäfte an Sonn- und Feiertagen öffnen dürfen. So dürfen an Karfreitag und Ostersonntag etwa Verkaufsstellen öffnen, deren Sortimente überwiegend aus Blumen, Zeitungen und Zeitschriften oder aber auch aus Back- und Konditorwaren bestehen. Dabei ist zu beachten, dass die generelle Öffnungszeit an diesen Tagen auf fünf Stunden begrenzt ist. Laut Gesetz sind die Inhaber dazu verpflichtet, gut sichtbar auf die geänderten Öffnungszeiten aufmerksam zu machen. Eine besondere Gesetzesänderung gab es im Jahr 2013. Bis zu diesem Zeitpunkt durften diese Geschäfte zwar am Ostermontag öffnen, mussten dafür aber am Ostersonntag schließen. Mittlerweile ist dies genau umgekehrt, so dass Konditorei, Blumenladen und Kiosk am Montag geschlossen bleiben. Grundlage dafür ist, dass bei zwei aufeinanderfolgenden Feiertagen nur an dem Ersten das Geschäft geöffnet werden darf. Gibt es Ostermontag also keine frischen Brötchen? Manche Geschäfte sind von der Ausnahmeregelung ausgeschlossen. So dürfen Bäckereien und Konditoreien, die über eine Gaststättenerlaubnis verfügen, an diesem Tag geöffnet sein. Zudem dürfen Tankstellen und Geschäfte auf Flughäfen und Bahnhöfen grundsätzlich für den Verkauf von Reisebedarf geöffnet bleiben. Ob dort allerdings die Wünsche der Brötchenliebhaber erfüllt werden, sei dahin gestellt. Viele Bäcker ersparen sich und ihrer Kundschaft das Verwirrspiel um die Öffnungszeiten und verzichten an Feiertagen gänzlich auf das Brötchenbacken. Werden Verstöße besonders verfolgt? Und welche Strafen drohen? Besonders Spielhallen, Bars und Diskotheken stehen am Karfreitag im Fokus der Behörden. Die Stadt Gütersloh beispielsweise setzt hinsichtlich der Kontrolle auf die Aufmerksamkeit der Konkurrenz. Im Einzelfall ist mit Bußgeldern von bis zu 5.000 Euro zu rechnen.

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