Frank Schäffler: Beim Parteitag der FDP hat er sich nun doch durchgesetzt. - © dpa
Frank Schäffler: Beim Parteitag der FDP hat er sich nun doch durchgesetzt. | © dpa

Bielefeld/Bünde/Neuss Frank Schäffler steht nun doch auf der FDP-Landesliste zur Wahl 2017

Vorsitzender der FDP in OWL setzt sich gegen Jasmin Wahl-Schwentker durch

Lothar Schmalen

Bielefeld/Bünde/Neuss. Mit einem hauchdünnen Abstimmungssieg (192:189 Stimmen) hat der umstrittene Vorsitzende der FDP in Ostwestfalen-Lippe, Frank Schäffler, seinen Weg zurück auf die FDP-Landesliste für die Bundestagswahl 2017 gefunden. In einer Kampfabstimmung um den aussichtsreichen Platz 10 auf der Liste setzte sich Schäffler gegen die Bielefelder FDP-Bundestagskandidatin Jasmin Wahl-Schwentker durch. Schäffler konnte das Blatt offenbar durch eine gute Vorstellungsrede wenden. Der Sieg Schäfflers ist gleichzeitig eine Ohrfeige für den FDP-Landesvorstand unter Parteichef Christian Lindner. Der Vorstand hatte am Freitagabend den ursprünglich auf Platz 10 vorgesehenen Schäffler mit 18:11 Stimmen aus der Liste gestrichen und durch Wahl-Schwentker ersetzt. Nach NW-Informationen hatte die FDP-Bundesspitze um Lindner und seinen Stellvertreter Wolfgang Kubicki im Vorfeld des Landesparteitags in Neuss nach Möglichkeiten gesucht, in Ostwestfalen-Lippe eine Gegenkandidatin zu finden, die gegen Schäffler antritt. Im zweiten Anlauf war die FDP-Spitze dann in Bielefeld bei Wahl-Schwentker fündig geworden. Schäffler ist umstritten wegen seiner radikalliberalen Ansichten, die von Kritikern als "libertär" bezeichnet werden. Der Versuch des Bielefelder FDP-Kreisverbands, Schäffler als Vorsitzenden des FDP-Bezirksverbands abzuwählen und durch den Bielefelder Jan Maik Schlifter zu ersetzen, war im Februar auf dem Bezirksparteitag in Bad Salzuflen gescheitert. Vor dem Ausscheiden der FDP aus dem Bundestag bei der Bundestagswahl 2013 hatte sich Schäffler auch bundesweit einen Namen als "Euro-Rebell" gemacht. Christian Lindner spielte die Niederlage für den Landesvorstand in einer ersten Stellungnahme herunter: "Schäffler hat gesagt, er sei ein Teamplayer. Das hat die Landeswahlversammlung überzeugt. Sie wollte ihn beim Wort nehmen." Frank Schäffler in einer ersten Reaktion: Genugtuung verspüre er weniger. "Ich freue mich, dass es geklappt hat. Das war ja lange nicht absehbar", sagte der FDP-Bezirksvorsitzende. "Nimm das Recht weg, was ist der Staat dann anderes als eine große Räuberbande." Freue mich über Platz 10. #nrw#einewahlgeben#nrw — Frank Schäffler (@f_schaeffler) 20. November 2016

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