Das Amtsgericht Minden prüft derzeit, ob gegen vier Männer aus Porta Westfalica wegen schwerer Brandstiftung in Minden oder wegen versuchten Mordes vor dem Landgericht Bielefeld verhandelt wird. - © dpa
Das Amtsgericht Minden prüft derzeit, ob gegen vier Männer aus Porta Westfalica wegen schwerer Brandstiftung in Minden oder wegen versuchten Mordes vor dem Landgericht Bielefeld verhandelt wird. | © dpa

Porta Westfalica/Minden Brandanschlag auf Flüchtlingsunterkunft: Prozess mit Nebenklägern möglich

Zwei Bielefelder Rechtsanwälte haben für drei Bewohner der Unterkunft Anträge auf Zulassung der Nebenklage gestellt

Carolin Nieder-Entgelmeier
16.01.2016 | Stand 15.01.2016, 23:16 Uhr

Porta Westfalica/Minden. Nachdem die Staatsanwaltschaft Bielefeld gegen ein Quartett aus Porta Westfalica Anklage wegen gemeinschaftlicher schwerer Brandstiftung erhoben hat, haben die Rechtsanwälte Sebastian Nickel und Katrin Niedenthal Anträge auf Zulassung der Nebenklage beim Amtsgericht in Minden gestellt. Am 14. September sollen die vier Männer zwei Molotowcocktails gegen eine Flüchtlingsunterkunft in Porta Westfalica-Eisbergen geworfen haben. „Drei der Bewohner wollen sich als Nebenkläger dem Verfahren anschließen", erklärt Rechtsanwalt Sebastian Nickel. Zudem haben Nickel und Niedenthal gegenüber dem Amtsgericht Minden angeregt, das Verfahren wegen der Möglichkeit einer Verurteilung wegen versuchten Mordes an das Landgericht Bielefeld zu verweisen. „Es ist nicht nachvollziehbar, warum die Staatsanwaltschaft Bielefeld die Tatverdächtigen lediglich wegen schwerer Brandstiftung angeklagt hat", moniert Nickel. „Wenn jemand ein Haus in Brand stecken will, in dem Menschen schlafen, dann wird ein tödlicher Ausgang in Kauf genommen." Nickel ist irritiert, dass es offenbar nie Ermittlungen in Richtung Mord gegeben habe. „Das Gutachten eines Brandsachverständigen besagt, dass die Molotowcocktails nicht ausgereicht hätten, um das Haus in Brand zu stecken, doch das ist zu kurz gedacht." Das Amtsgericht Minden prüft derzeit, ob die Verhandlung am Amtsgericht Minden eröffnet oder an das Landgericht Bielefeld überwiesen wird. „Erst dann können auch die Anträge auf Zulassung der Nebenkläger geprüft werden", erklärt Direktor Jörg Eisberg.

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