Zufrieden mit dem finanziellen Ergebnis: Präses Annette Kurschus und Finanzchef Klaus Winterhoff. - © Wolfgang Rudolf
Zufrieden mit dem finanziellen Ergebnis: Präses Annette Kurschus und Finanzchef Klaus Winterhoff. | © Wolfgang Rudolf

Bielefeld Evangelische Kirche verbucht Rekord bei Einnahmen durch Kirchensteuer

50 Millionen Euro mehr als geplant

Bielefeld. Die Evangelische Kirche von Westfalen (EvKW) rechnet für das Jahr 2015 mit einem neuen Rekord bei den Kirchensteuereinnahmen. Nach Angaben von EvKW-Vizepräsident Klaus Winterhoff dürften sie bei 505 Millionen Euro liegen. Das sind noch einmal 50 Millionen Euro mehr als ursprünglich geplant. Schon im Jahr 2014 war der alte Kirchensteuerrekord von 1992 übertroffen worden. 490 Millionen Euro betrugen im vergangenen Jahr die Einnahmen. Der alte Rekord stand bei 477 Millionen Euro. Die hohen Kirchensteuereinnahmen führt Winterhoff vor allem auf die gute konjunkturelle Entwicklung in Deutschland zurück. Winterhoff brachte gestern vor der Synode der Evangelischen Kirche von Westfalen den Haushalt der Landeskirche zu letzten Mal ein - er geht im April 2016 in den Ruhestand. Von den hohen Steuereinnahmen profitieren auch die 501 Kirchengemeinden der EvKW. Sie sollen laut Plan im kommenden Jahr 280 Millionen Euro erhalten, das sind 7,3 Millionen Euro mehr als in diesem Jahr. Winterhoff warnte dennoch vor allzu großer Euphorie: "Das können wir dankbar zur Kenntnis nehmen - gewöhnen dürfen wir uns daran nicht." Denn die konjunkturelle Entwicklung werde nicht so bleiben. Langfristig entscheidend für die Finanzkraft der Kirche sei und bleibe allein die Zahl ihrer Mitglieder. Und die sei aufgrund der demographischen Entwicklung seit Jahren im Sinkflug.Immer weniger Pfarrstellen Die Zahl der Pfarrstellen in der Evangelischen Kirche von Westfalen wird in den kommenden Jahre weiter zurückgehen. In denen nächsten fünf Jahren gehen rund 200 Pfarrer in den Ruhestand, wie aus einem aktuellen Personalbericht hervorgeht. Laut offizieller Statistik waren im vergangenen Jahr in der viertgrößten deuschen Landeskirche 1.776 Theologen tätig, darunter 1.473 in Pfarrstellen und Beschäftigungsaufträgen. Weil die Zahl der Mitglieder weiter sinkt, werden künftig auch weniger Pfarrer gebraucht. Dem Papier zufolge könnte die Zahl der Gemeindemitglieder von derzeit gut 2,3 Millionen bis zum Jahr 2040 auf rund 1,7 Millionen sinken. Die Zahl der Gemeindepfarrstellen könnte sich nach diesem Szenario etwas stärker verringern. Dann wäre laut Prognose eine Pfarrstelle für rund 3.500 Gemeindemitglieder zuständig. Derzeit kommen durchschnittlich rund 2.500 Gemeindemitglieder auf eine Pfarrstelle.

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