Wirtschaft Sparkassen erhöhen Kreditkarten-Gebühr

Mancher Kunde muss für die Goldkarte 31 Euro mehr pro Jahr bezahlen

Bielefeld. Kreditkartenkunden der Sparkassen müssen sich auf höhere Gebühren einstellen, wie eine stichprobenartige Umfrage dieser Zeitung zeigt. So verlangt die Sparkasse Bielefeld vom 1. Januar 2016 an für die silberne Kreditkarte 2,50 Euro pro Monat statt bisher 1,71 Euro. Die Jahresgebühr steigt damit um knapp 10 Euro von 20,52 auf 30 Euro. Für die Goldkarte werden jährlich 78 Euro fällig – fast 17 Euro mehr. An der mit der Goldkarte verbundenen Reiserücktrittsversicherung ändere sich aber nichts. Eine neue Regelung könnte die Institute zu diesem Schritt beflügelt haben. Ab 9. Dezember dürfen Banken für ihre Kreditkarten nur noch maximal 0,3 Prozent des Umsatzes als Gebühr von den Händlern fordern (Interbanken-Entgelte). Bisher waren es 1,58 Prozent bei Visa- und 1,73 Prozent bei Mastercards. Die Regelung gilt allerdings nur für Karten zur privaten Nutzung. Die gesetzliche Deckelung sei aber nicht der Grund für die Gebührenerhöhung, heißt es bei der Sparkasse Bielefeld. Vielmehr handele es sich um eine normale Preisanpassung nach 23 Jahren. Zudem biete das „Komfortpaket Silber“ Kunden eine neue Internet-Lieferschutz-Versicherung.In Minden-Lübbecke wird's teurer Bei der Sparkasse Gütersloh sorgte die Umstellung bei den Girokonten und Kreditkarten für Wirbel. Weil sie es versäumt hatte, alle Kunden rechtzeitig binnen der Zwei-Monatsfrist zu benachrichtigen, gelten die Änderungen nun erst ab Februar. Das Modell „Silber“ (Basis) kostet dann 42 Euro im Jahr (bisher 30). Für das Modell Gold, das bislang Teil eines Premiumkontenmodells für 99 Euro war, werden 84 Euro fällig. Die Sparkasse Herford hat bereits im Oktober die Preise für die Visa- und Mastercard „angeglichen“. Damit werden für die Gold-Kreditkarte (insgesamt rund 9.500 Stück) nun 78 Euro fällig, sprich 8 Euro mehr. Die Gebühr für Standard-Kreditkarten wurde dagegen um einen Euro auf 24 Euro im Jahr. gesenkt. Betroffen seien rund 25.000 Kunden. Einzig die Sparkasse Minden-Lübbecke äußerte sich auf Nachfrage sehr nebulös. „Die mit den jetzigen Kreditkarten verbundenen Leistungen werden sich im neuen Angebot teilweise deutlich verändern.“ Zudem gebe es zum 1. Januar ein verändertes Preisgefüge. Wie das aussieht, blieb offen. Ein Kunde der Sparkasse erläuterte erbost: „Entweder ich zahle ab 1. Januar 2016 für die goldene Karte künftig 96 Euro im Jahr statt bisher 65, oder der Vertrag wird zum Jahresende gekündigt.“ Kaschiert werde das Ganze mit angeblichen Verbesserungen bei Versicherungen. In Wahrheit würden aber Selbstbeteiligungen bei Reiserücktritt- oder -abbruch erhöht. Die Sparkasse verweist auf einen Wechsel der Versicherungsgesellschaft und neue Vertragsbedingungen. „Wesentliche Leistungsbestandteile der Goldkarte bleiben erhalten.“

realisiert durch evolver group