In Gütersloh wird eine Turnhalle für die Unterbringung von Flüchtlingen eingerichtet. - © Andreas Eickhoff
In Gütersloh wird eine Turnhalle für die Unterbringung von Flüchtlingen eingerichtet. | © Andreas Eickhoff

Düsseldorf NRW mobilisiert alle Reserven für Flüchtlings-Unterbringung

Seit Jahresbeginn schon mehr als 77.000 Flüchtlinge nach NRW gekommen

Düsseldorf. Die Kommunen in Nordrhein-Westfalen mobilisieren alle Reserven, um den rasanten Anstieg der Flüchtlingszahlen zu bewältigen. In Düsseldorf wurde sogar kurz erwogen, zum Ende der großen Rheinkirmes die Festzelte zu übernehmen, um Neuankömmlinge unterzubringen. Aus Sicherheitserwägungen musste die Landeshauptstadt den Plan wieder versenken. Stattdessen sollen ab September 600 Menschen in aufblasbaren Traglufthallen untergebracht werden. Das NRW-Verkehrsministerium setzte sogar das Lkw-Fahrverbot an Sonn- und Feiertagen aus, damit Flüchtlingsunterkünfte kurzfristig mit Möbeln ausgestattet werden können. Nach Angaben von NRW-Innenminister Ralf Jäger (SPD) sind seit Jahresbeginn schon mehr als 77.000 Flüchtlinge nach NRW gekommen. In dieser Woche steht NRW vor einer Rekordzahl an Flüchtlingen aus dem Balkan. Die zuständige Bezirksregierung Arnsberg rechnet mit 5.300 Asylsuchenden in den Erstaufnahmestellen. Aus Sicht der CDU erfordert die Lage jetzt einen Krisenstab des Landes unter Beteiligung aller betroffenen Ministerien. Die Aufgabe dürfe nicht auf Kommunen und Bezirksregierungen abgeschoben werden, mahnte der kommunalpolitische Sprecher der CDU-Fraktion, Ralf Nettelstroth. In den Kommunen regt sich unterdessen Protest gegen Eil-Anweisungen der Bezirksregierungen, innerhalb weniger Stunden unvorbereitet bis zu 300 Flüchtlinge unterzubringen. In einem Brief an Ministerpräsidentin Hannelore Kraft (SPD) nennt der Bürgermeister von Bergisch Gladbach, Lutz Urbach (CDU), die kurzfristigen „Ad-hoc-Zuweisungen“ einen Skandal. Am Wochenende gehen auch in vielen anderen westfälischen Städten kurzfristig eingerichtete Notunterkünfte in Betrieb: Arnsberg (120 Plätze), Iserlohn (150), Gütersloh (200), Minden (100) und in Coesfeld (100). Mit Material von dpa

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