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Russische Soldaten bereiten einen Mörser zum Abschuss Richtung Wuhledar vor. - © dpa
Russische Soldaten bereiten einen Mörser zum Abschuss Richtung Wuhledar vor. | © dpa

Liveblog Ukraine-Krieg: Russische Truppen rücken in Ostukraine vor - Kiew dementiert

Wladimir Putin führt einen Angriffskrieg gegen die Ukraine. Verfolgen Sie die aktuelle Lage und alle politischen Entwicklungen im nw.de-Liveblog.

30.01.2023 | Aktualisiert vor 60 Minuten

Das Wichtigste zur Lage im russischen Angriffskrieg auf die Ukraine im Überblick:

  • Laut dem pro-russische Separastistenführer Puschilin rücken Truppen Richtung Wuhledar vor. Kiew dementiert die Aussage und halte die Stellungen in der Ostukraine.
  • Die 14 Kampfpanzer "Leopard", die Deutschland der Ukraine zugesagt hat, werden aus den Beständen der Panzerbrigade 21 in Augustdorf kommen.
  • Polens Regierungschef Mateusz Morawiecki hat eine deutliche Erhöhung des Verteidigungsetats auf vier Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) angekündigt.
  • Bei russischen Luftangriffen auf Städte im Osten und Süden der Ukraine sind nach Angeben Kiew mindestens vier Menschen getötet worden.
  • Bundeskanzler Olaf Scholz hat die Debatte über die Lieferung von Kampfjets in die Ukraine kritisiert.
  • Ausführliche Informationen finden Sie auf unserer Themenseite, Aktuelles im Liveblog.

Liveblog zur Ukraine-Krise


Ukraine, Charkiw: Ein Rettungssanitäter geht vor einem Wohnhaus im Stadtzentrum, das von einer russischen Rakete getroffen wurde, entlang. Foto: Yevhen Titov/AP/dpa
 30.01.2023, 17:14

Kiew dementiert russisches Vorrücken in der Ostukraine
Kiew hat Berichte über ein Vorrücken russischer Truppen nahe der Stadt Wuhledar in der ostukrainischen Donezk-Region dementiert. Der "Feind" sei mit "Schusswaffen und Artillerie" getroffen und zum Rückzug gezwungen worden, sagte der für die Region zuständige Militärsprecher Jewgen Jerin am Montag der Nachrichtenagentur AFP. "Wir haben unsere Stellungen nicht eingebüßt", fügte er hinzu. Bei Angriffen auf Charkiw und Cherson am Sonntag wurden nach ukrainischen Angaben mindestens vier Menschen getötet. Der pro-russische Separatistenführer Denis Puschilin hatte im russischen Fernsehen verkündet, "unsere Einheiten rücken weiter in Richtung Wuhledar vor". Demnach sollen die russischen Einheiten Stellungen im Osten der Stadt bezogen haben. (AFP)
 30.01.2023, 17:13

Pistorius: Kanzler hat zu Kampfflugzeugen alles gesagt
Verteidigungsminister Boris Pistorius will sich nach der Entscheidung für die Lieferung von Kampfpanzern an die Ukraine nicht auf eine Debatte über Kampfjets einlassen. Überlegungen, ob die Bundeswehr Flugzeuge abzugeben habe, seien „hypothetische Fragen“, auf die er nicht antworte. „Und im Übrigen hat der Bundeskanzler dazu meines Wissens alles gesagt, was zu sagen ist“, sagte Pistorius. Scholz hatte die andauernde Diskussion über die mögliche Lieferung von Kampfjets in die Ukraine kritisiert und von einem „Überbietungswettbewerb“ gesprochen. (dpa)
 30.01.2023, 15:54

30. Januar: Die dänische Premierministerin Mette Frederiksen ist zu Gast in der Ukraine. Zusammen mit dem ukrainischen Präsidenten Selenskyj besucht sie ein Krankenhaus für verwundete Soldaten. Foto: UKRAINIAN PRESIDENTIAL PRESS SERVICE / AFP)
 30.01.2023, 15:52

Frankreich und Italien stellen 700 zusätzliche Flugabwehrraketen her
Frankreich und Italien wollen 700 zusätzliche Flugabwehrraketen vom Typ Aster herstellen. Dieser Produktionsauftrag zeige den Willen beider Länder, "ihre Luftabwehr vom Boden und von Schiffen weiter zu modernisieren", teilte das französische Verteidigungsministerium am Montag in Paris mit. Eine Summe für den Auftrag wurde nicht genannt. Auch von einer möglichen Lieferung in die Ukraine war nicht die Rede. Die Flugabwehrraketen können unter anderem von SAMP/T-Fahrzeugen abgefeuert werden. Eine Lieferung dieses von Frankreich und Italien entwickelten Luftabwehrsystems in die Ukraine ist derzeit im Gespräch, zumal sich Frankreich bislang nicht zu einer Lieferung von Kampfpanzern entschieden hat. (AFP)
 30.01.2023, 15:26

Nato-Generalsekretär fordert Südkorea zu Waffenlieferungen an Ukraine auf
Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg hat Südkorea aufgefordert, die Ukraine militärisch stärker zu unterstützen und sein Exportverbot von Waffen in Konfliktgebiete zu überdenken. Es bestehe "ein dringender Bedarf an mehr Munition", sagte Stoltenberg am Montag nach einem Treffen mit hochrangigen südkoreanischen Beamten in Seoul. Der Nachrichtenagentur AFP sagte der Nato-Chef, das Bündnis müsse seine Zusammenarbeit mit demokratischen Verbündeten auch außerhalb des Nordatlantiks vertiefen. (AFP)
 30.01.2023, 14:20

30. Januar, Charkiw: Eine Frau trägt ihr Kind, während sie aus einem Wohnhaus im Stadtzentrum evakuiert wird, das von einer russischen Rakete getroffen wurde. Wie die ukrainischen Behörden am Montag mitteilten, wurden in den vergangenen 24 Stunden durch russischen Beschuss erneut mehrere Menschen getötet und verletzt, während sich die Streitkräfte des Kremls und Kiews in der Ostukraine weiterhin Gefechte lieferten. Foto: Andrii Marienko/AP/dpa
 30.01.2023, 13:25

Polen erhöht Verteidigungsetat
Polens Regierungschef Mateusz Morawiecki hat angesichts des Kriegs im Nachbarland Ukraine eine deutliche Erhöhung des Verteidigungsetats angekündigt. In einem "nie dagewesenen" Schritt werde Warschau 2023 vier Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) "für die polnische Armee" ausgeben, sagte Morawiecki am Montag Journalisten.  (AFP)
 30.01.2023, 13:08

Kreml dementiert Putins Raketendrohung gegenüber Boris Johnson
Der Kreml hat angebliche Drohungen von Präsident Wladimir Putin gegenüber dem ehemaligen britischen Premier Boris Johnson dementiert. „Das, was Herr Johnson gesagt hat, ist nicht wahr. Genauer gesagt, ist es eine Lüge“, sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow am Montag der russischen Nachrichtenagentur Interfax zufolge. Johnson hatte zuvor behauptet, der russische Präsident habe ihm persönlich mit einem Raketenangriff gedroht. (dpa)
 30.01.2023, 12:46

Die Fahrzeuge entstammen dem Panzerbataillon 203. Verteidigungsminister Boris Pistorius wird am Mittwoch in der Kaserne erwartet:
14 Leopard-Kampfpanzer - hier bei einer Übung auf dem Truppenübungsplatz Senne - werden aus der Generalfeldmarschall-Rommel-Kaserne an die Ukraine übergeben. Verteidigungsminister Boris Pistorius wird sich am Mittwoch in Augustdorf konkreter dazu äußern. | © Dieter Asbrock
 30.01.2023, 12:44

Boris Johnson: Putin hat mir mit Raketenangriff gedroht
Russlands Präsident Wladimir Putin hat dem ehemaligen britischen Premierminister Boris Johnson nach dessen Angaben mit einem Raketenangriff gedroht. "Er hat mir (...) gedroht und gesagt: 'Boris, ich will dir nicht wehtun, aber mit einer Rakete würde es nur eine Minute dauern'", sagte Johnson laut einer BBC-Dokumentation, die am Montag ausgestrahlt wird. Die Drohung erfolgte demnach in einem Telefonat kurz vor Russlands Einmarsch in die Ukraine am 24. Februar vergangenen Jahres. (AFP)
 30.01.2023, 11:36

Selenskyj-Berater: "IOC ist Förderer von Krieg und Mord"
Die Anklagen aus Kiew in Richtung des Internationalen Olympischen Komitees werden immer schärfer. Der ukrainische Präsidentenberater Michailo Podolyak bezeichnete das IOC am Montag bei Twitter als "Förderer von Krieg, Mord und Zerstörung". Die Ringe-Organisation sehe "mit Vergnügen zu, wie Russland die Ukraine zerstört, und bietet Russland dann eine Plattform, um den Völkermord zu fördern und ermutigt es zu weiteren Morden".
Russisches Geld, welches "olympische Heuchelei" kaufe, habe offenbar "keinen Geruch von ukrainischem Blut. Stimmt's, Herr Bach?", fügte Podolyak an die Adresse von IOC-Präsident Thomas Bach hinzu. Das IOC hatte in der vergangenen Woche ein Konzept skizziert, mit dem Sportlerinnen und Sportler aus Russland und dem verbündeten Nachbarstaat Belarus trotz des seit Februar andauernden Angriffskrieges auf die Ukraine wieder in den Weltsport eingegliedert werden könnten. (sid)
 30.01.2023, 11:27

Forscher: Märkte reagieren auf Ukraine-Hilfe inzwischen positiv
Wichtige Finanz- und Rohstoffmärkte reagieren auf die westliche Unterstützung der Ukraine einer Studie zufolge heute völlig anders als zu Beginn des russischen Angriffskrieges vor knapp einem Jahr. Hätten die Märkte zu Beginn negativ auf westliche Hilfe etwa mit Waffen reagiert, würden sie inzwischen positiv beeinflusst, fanden die Wirtschaftswissenschaftler Matthias Neuenkirch (Universität Trier), Maria Repko (Centre for Economic Strategy, Kiew) und Enzo Weber vom Nürnberger Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung heraus. (dpa)
 30.01.2023, 11:13

Bundeskanzler Olaf Scholz hat die anhaltende Diskussion über die mögliche Lieferung von Kampfjets in die Ukraine kritisiert. "Es ist eigenwillig, dass diese Debatte geführt wird. Mancher muss sich schon fragen: Warum stellt er die Frage, wo es doch darum geht, den Ukrainern zu helfen", sagte der SPD-Politiker am Sonntagabend (Ortszeit) bei einem Besuch in Chile:
Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) bei seinem Staatsbesuch in Chile. - © Kay Nietfeld/dpa

 

 30.01.2023, 09:52

30. Januar, Charkiw: Ukrainische Feuerwehrleute begutachten ein Wohnhaus, das nach einem russischen Raketenangriff teilweise zerstört wurde. Foto: Sergey BOBOK / AFP)
 30.01.2023, 08:42

Landkreise wollen mit Kanzler Scholz über Flüchtlinge sprechen
Der Deutsche Landkreistag beklagt Probleme bei der Unterbringung von Asylbewerbern, ukrainischen Flüchtlingen und Migranten. Der Präsident des Landkreistages, Reinhard Sager (CDU), verlangte ein Treffen mit Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD). Die Kreise hätten kaum noch Kapazitäten zur Unterbringung der Menschen, sagte er der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ (Montag). „Die Leute kommen teilweise in Zelten unter“, berichtete der CDU-Politiker. Es gebe außerdem eine Finanzierungslücke bei den Wohnkosten für anerkannte Flüchtlinge von etwa zwei Milliarden Euro pro Jahr, die von den Kommunen getragen werden müssen. (epd)
 30.01.2023, 08:36

Heusgen: Russland wird keine Atomwaffen im Ukraine-Krieg einsetzen
Der Leiter der Münchner Sicherheitskonferenz, Christoph Heusgen, rechnet nicht mit einem Einsatz von Atomwaffen durch Russland im Ukraine-Krieg. Kreml-Chef Wladimir Putin wisse, "dass er keine Atomwaffen einsetzen kann, weil er dann die Unterstützung seines wichtigsten Partners China verliert, das vor einem Atomwaffeneinsatz gewarnt hat", sagte der "Rheinischen Post" und dem Bonner "General-Anzeiger" (Montagsausgaben). "Das wird er nicht riskieren. Ohne China ist Russland in der Welt isoliert." (AFP)
 30.01.2023, 06:32

Ukraine: Mindestens vier Tote bei russischen Angriffen auf Cherson und Charkiw
Bei russischen Luftangriffen auf Städte im Osten und Süden der Ukraine sind nach Angeben Kiew mindestens vier Menschen getötet worden. In der südukrainischen Stadt Cherson seien drei Menschen getötet und sechs weitere Menschen verletzt worden, teilten die örtlichen Behörden am Sonntag mit.
Bei einem russischen Angriff auf ein Wohngebäude in Charkiw wurde nach Behördenangaben eine Frau getötet. In der südukrainischen Region Saporischschja wurden zudem vier Menschen bei einem Angriff auf eine Eisenbahnbrücke getötet, wie ein von Russland eingesetzter Vertreter mitteilte. Er machte die Ukraine für den Angriff verantwortlich. Foto: AFP
 30.01.2023, 06:28

Besonders im Osten steht die ukrainische Armee einmal wieder unter massivem Druck russischer Angriffe. Präsident Selenskyj macht dennoch Mut: Der Sieg naht - allerdings nur mit der nötigen Waffenhilfe. Ein Überblick zum Geschehen in der Nacht und ein Ausblick auf den Tag:
Ein Transparent in Krywyj Rih mit der Aufschrift: «Marineinfanteristen - Helden von Mariupol - vergesst nicht die, die noch in Gefangenschaft sind». | © Daniel Cole/AP/dpa
 30.01.2023, 06:27

Selenskyj: 2023 wird Jahr des ukrainischen Sieges sein
Ungeachtet der derzeit schwierigen Lage an der Front hat sich der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj gegenüber den russischen Angreifern siegessicher gezeigt. „2023 muss und wird definitiv das Jahr unseres Sieges sein!“, schrieb Selenskyj am Sonntag auf Telegram. In seiner allabendlichen Videoansprache räumte er mit Blick auf den schwer umkämpften Osten seines Landes zugleich ein: „Die Situation ist sehr hart.“ Im Gebiet Donezk seien vor allem die Städte Bachmut und Wuhledar weiter ständigem russischem Beschuss ausgesetzt. Trotz hoher Verluste in den eigenen Reihen reduzierten die Russen ihre Angriffsintensität dort nicht.
„Russland hofft, den Krieg zu verlängern und unsere Kräfte zu erschöpfen“, sagte Selenskyj. „Also müssen wir die Zeit zu unserer Waffe machen. Wir müssen die Ereignisse beschleunigen.“
Insbesondere die Geschwindigkeit bei der Lieferung ausländischer Militärhilfen sei ein Schlüsselfaktor in diesem Krieg, betonte der ukrainische Staatschef. Er pochte zudem einmal mehr auf weitere Waffenlieferungen über die kürzlich vom Westen zugesagten Kampfpanzer hinaus. (dpa)
 29.01.2023, 20:52

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