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Die Unternehmerin Ulrike Detmers aus Gütersloh kann das Vorgehen von Manuela Schwesig verstehen, als Ministerpräsidentin weiterzumachen. - © Christina Römer
Die Unternehmerin Ulrike Detmers aus Gütersloh kann das Vorgehen von Manuela Schwesig verstehen, als Ministerpräsidentin weiterzumachen. | © Christina Römer

Nach dem Brustkrebs Gütersloher Unternehmerin Ulrike Detmers spricht Manuela Schwesig Mut zu

Die Unternehmerin aus Gütersloh weiß, was es heißt, an Krebs erkrankt zu sein. Seit 2015 hat sie die Krankheit überstanden, doch sie hat das Leben der Mestemacher-Gesellschafterin nachhaltig verändert.

Stefan Schelp
11.09.2019 | Stand 11.09.2019, 12:57 Uhr

Gütersloh. Ulrike Detmers, Mitglied der Geschäftsführung und Gesellschafterin der Mestemacher-Gruppe in Gütersloh, war im April 2014 an Brustkrebs erkrankt. Im Januar 2015 hatte sie die Krankheit überstanden. Im Interview mit der NW erklärt sie, was ihr nach der Diagnose Mut gemacht hat. Frau Detmers, Sie kennen Manuela Schwesig als Schirmherrin Ihres Mestemacher-Preises und Sie selbst haben Ihre Brustkrebserkrankung überstanden. Welchen Rat geben Sie Frau Schwesig? Ulrike Detmers: Niemals aufgeben. Zum Glück ist Frau Schwesig ein optimistischer Mensch. Sie sollte sich voll auf die Expertise der Ärzte verlassen. Wer außer den Ärzten kann helfen? Detmers: Der Beistand des Mannes und der Familie ist wichtig. Ohne die Unterstützung des engsten Familienkreises geht gar nichts. Ist es richtig, den SPD-Vorsitz aufzugeben, aber als Ministerpräsidentin weiterzumachen? Detmers: Für mich war es wichtig, den Kontakt zum Beruf zu halten. Wenn es geht, sollte sie den Anschluss halten. So habe ich es jedenfalls gehalten und ich bin gut damit gefahren. Gibt es Mutmacher? Detmers: Für mich war das die schnelle Aussage der Ärztin, dass der Tumor abschmilzt. Womit kann man sich belohnen in der schweren Zeit der Behandlung? Detmers: Dicht dran zu sein an der Familie, das ist die größte Belohnung. Wenn man zum Beispiel mit der Familie Essen gehen kann. Die Chemo-Therapie hat bei mir eine Störung der Geschmacksnerven verursacht. Ich konnte nur Süßes essen, das ich eigentlich gar nicht mag. Es war trotzdem toll. Wie hat die Krankheit Ihr Leben verändert? Detmers: Man empfindet Dankbarkeit. Vielleicht etwas übertrieben gesagt: Ich glaube fest daran, alles was auf mich zukommt, managen zu können. Ich bin gelassener geworden, betrachte die Dinge nüchterner. Und ich war und bin extrem dankbar für jede positive ärztliche Nachricht. Sie sind offen mit Ihrer Krankheit umgegangen. Würden Sie das wieder so machen? Detmers: Ich würde jederzeit wieder so offen damit umgehen. Viele Menschen haben mich beglückwünscht dafür. Aber es ging mir einzig darum, Menschen Mut zu machen, die in einer ähnlichen Situation waren wie ich. Ich habe damals viele Briefe bekommen, in denen mir Menschen Hoffnung gemacht haben. Das hat unglaublich gut getan.

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