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Damit Patienten einen besseren Überblick über ihre Behandlung erhalten, sollen sie ausführliche Unterlagen bekommen, fordert der Dietmar Oesterreich, Vizepräsident der Bundeszahnärztekammer. - © picture alliance/dpa
Damit Patienten einen besseren Überblick über ihre Behandlung erhalten, sollen sie ausführliche Unterlagen bekommen, fordert der Dietmar Oesterreich, Vizepräsident der Bundeszahnärztekammer. | © picture alliance/dpa

Medizin Patienten misstrauen Zuzahlungen bei Zahnärzten

Eine Behandlung kann für die Versicherten teuer werden, da die gesetzlichen Krankenkassen und auch private Versicherungen viele Leistungen nicht bezahlen.

Timot Szent-Ivanyi
11.09.2019 | Stand 12.09.2019, 16:10 Uhr

Berlin. Immer mehr Versicherte wenden sich an die Beratungsstellen der Zahnärzte und ihrer Kammern. Sie wollen die Korrektheit von Rechnungen prüfen oder Rechtsfragen im Zusammenhang mit einer Behandlung klären lassen. Das geht aus dem jüngsten Jahresbericht der Zahnärztlichen Patientenberatung hervor, der dieser Zeitung vorliegt.

Patienten lassen sich häufiger beraten

Danach wurden die Beratungsstellen 2018 rund 35.500 Mal von Ratsuchenden kontaktiert. 2017 gab es etwa 34.800 Beratungen. 55 Prozent der Anfragen betrafen Kosten- und Rechtsfragen. Dieser Anteil betrug 2017 noch 53 Prozent.

Den Patienten ging es bei ihren Anfragen unter anderem um die Höhe des Eigenanteils oder um die Frage, ob eine Abweichung der Rechnung vom Heil- und Kostenplan berechtigt ist. Auch nach den Leistungen der gesetzlichen Krankenversicherung, nach Patientenrechten oder nach vermuteten Behandlungsfehlern wurde gefragt.

Verinfachte Formulare für Patienten geplant

Die Patientenberatungsstellen der Zahnärztekammern und der Kassenzahnärztlichen Vereinigungen, die bundesweit vertreten sind, sind für die Patienten kostenfrei. Der Chef der Kassenzahnärztlichen Bundesvereinigung, Wolfgang Eßer, sagte dieser Zeitung, angestrebt werde, die Informationen für die Patienten zu verbessern.

So sei der für Versicherte mitunter komplizierte Heil- und Kostenplan eigentlich nur für die Abrechnung mit den Krankenkassen gedacht, nicht als Patienteninformation. „Wir wollen das Problem künftig lösen, indem wir für die Patienten ein eigenes, leichter verständliches Formular schaffen und den heutigen Heil- und Kostenplan dann nur noch gegenüber den Krankenkassen nutzen müssen", kündigte Eßer an.

Eine bessere Patienteninformation gefordert

Der Vizepräsident der Bundeszahnärztekammer Dietmar Oesterreich mahnte seine Kollegen, die Patienten richtig aufzuklären. Gerade bei den Kosten komme es manchmal zu Missverständnissen, sagte er. „Deshalb ist es wichtig und auch vorgeschrieben, dass der Zahnarzt den Patienten umfassend aufklärt und ihm alle Behandlungsalternativen inklusive Kosten aufzeigt."

Zudem sollte der Patient schriftliche Unterlagen erhalten, die er zu Hause in Ruhe nochmals prüfen könne. „Vertrauen entsteht auf der Grundlage einer ausführlichen Aufklärung und ist von wesentlicher Bedeutung für den Behandlungserfolg", so der Mediziner.

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