0
Laut einer repräsentativen Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Forsa für den Naturschutzbund NABU anlässlich des Tags des Wolfes 2021 finden es 77 Prozent der Befragten erfreulich, dass Wölfe wieder hier leben. - © Symbolbild: Pixabay
Laut einer repräsentativen Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Forsa für den Naturschutzbund NABU anlässlich des Tags des Wolfes 2021 finden es 77 Prozent der Befragten erfreulich, dass Wölfe wieder hier leben. | © Symbolbild: Pixabay

Wolfsabschuss Wolf in Bayern trotz Protesten zum Abschuss freigegeben - bald auch in NRW?

Seit Dienstag darf ein frei umherlaufender männlicher Wolf im Chiemgau getötet werden. Das Land NRW plant eine Wolfsverordnung mit Regeln zum Abschuss der Tiere.

Jana Marie Bertermann
18.01.2022 | Stand 18.01.2022, 16:38 Uhr

Bayern. Im Chiemgau darf seit Dienstag ein frei umherlaufender männlicher Wolf von Jägern getötet werden. Die entsprechende Verfügung veröffentlichte die Regierung von Oberbayern am Montagabend um 21 Uhr.

Der Wolf hat die genetische Kennzeichnung GW2425m. Er soll sich in den oberbayerischen Landkreise Rosenheim, Traunstein und Berchtesgadener Land in der Nähe bewohnter Häuser aufgehalten und mehrere Hirsche, Schafe sowie Ziegen verletzt, beziehungsweise gerissen haben.

Laut eines Artikels des Bayerischen Rundfunks ist dies nun das erste Mal seit 140 Jahren, dass in Bayern wieder ein Wolf legal geschossen werden darf. Die verhängte Ausnahmeregelung soll verhindern, dass Menschen durch den Wolf gefährdet werden.

Naturschutzverbände reagieren empört

Naturschutzverbände reagieren empört auf den Beschluss. Es wurde bereits seit mehreren Wochen diskutiert, ob das Tier in Bayern zum Abschuss freigegeben werden soll, oder nicht. Die bayerische Staatsministerin für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten, Michaela Kaniber, forderte einen raschen Abschuss des Wolfes. Der BUND Naturschutz in Bayern e.V. und die Gesellschaft zum Schutz der Wölfe e.V. planen nun, gegen den Entschluss zu klagen.

In einer Pressemitteilung des BUND kommentiert Beate Rutkowski, stellvertretende Vorsitzende des Landesverbandes und Vorsitzende der BN-Kreisgruppe Traunstein: „Die Sicherheit des Menschen hat auch für uns oberste Priorität. Der Wolf zeigte aber bisher keinerlei Verhalten, das auf eine erhöhte Gefährdung für Menschen hinweist. Auch im Aktionsplan Wolf der Staatsregierung ist für diesen Fall keine Tötung vorgesehen, sondern der Schutz von Weidetieren in Hof- und Siedlungsnähe sowie eine Vergrämung. Von einem Abschuss ist dort nicht die Rede!“ Der Landesbund für Vogelschutz bezeichnet die Abschlusserlaubnis in einer Pressemitteilung als "nicht nachvollziehbar".

Land NRW plant Wolfsverordnung

Auch in NRW gibt es frei lebende Wölfe. Im vergangenen Jahr 2021 verzeichnete das Land rund 40 Übergriffe von Wölfen auf Haus- und Nutztiere, mehrheitlich auf Schafe. Deshalb plant das Land NRW jetzt eine Wolfsverordnung, die genaue Regeln für sogenannte Wolfs-Entnahmen, also den Abschuss der Tiere, vorsieht.

In Niedersachsen gibt es bereits eine solche Wolfsverordnung. Sie erlaubt, einen Wolf zum Beispiel dann zu töten, wenn er "einen Menschen verletzt, ihn unprovoziert verfolgt oder sich ihm gegenüber in sonstiger Weise unprovoziert aggressiv gezeigt hat und sich nicht verscheuchen lässt".

Laut einer repräsentativen Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Forsa für den Naturschutzbund NABU anlässlich des Tags des Wolfes 2021 finden es 77 Prozent der Befragten erfreulich, dass Wölfe wieder hier leben. Wie die Neue Westfälische berichtete, gibt es in OWL aber auch andere Stimmen.

Mehr zum Thema

Kommentare

Um Ihren Kommentar abzusenden, melden Sie sich bitte an.
Sollten Sie noch keinen Zugang besitzen, können Sie sich hier registrieren.

Mit dem Absenden des Kommentars erkennen Sie unsere Nutzungsbedingungen für die Kommentarfunktion an.

Kommentar abschicken