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Begrüßung vor dem Kanzleramt - © Foto: Michael Kappeler
Während der Nationalhymnen: Bundeskanzlerin Angela Merkel sitzt neben der dänischen Ministerpräsidentin Mette Frederiksen. | © Foto: Michael Kappeler

Stühle vor dem Kanzleramt Nach Zitteranfällen: Merkel hört Nationalhymnen im Sitzen

11.07.2019 | Stand 11.07.2019, 08:04 Uhr

Berlin (dpa). Nach ihrem neuerlichen Zitteranfall setzt Kanzlerin Angela Merkel (CDU) ihr Arbeitsprogramm plangemäß fort. Heute kommt die neue dänische Ministerpräsidentin Mette Frederiksen nach Berlin.

Merkel empfängt die Sozialdemokratin am Mittag mit militärischen Ehren vor dem Kanzleramt. Am Sonntag will die Bundeskanzlerin auf Einladung von Frankreichs Präsident Emmanuel Macron an der traditionellen Militärparade zum Nationalfeiertag in Paris teilnehmen.

Dritte Zitterattacke in drei Wochen

Am Mittwoch hatte Merkel beim Empfang des finnischen Regierungschefs Antti Rinne in Berlin eine weitere Zitterattacke erlitten - die dritte innerhalb von drei Wochen in der Öffentlichkeit. Danach versicherte sie, es gehe ihr gut: "Man muss sich keine Sorgen machen."

Zum ersten Mal war das Zittern Mitte Juni beim Empfang des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj beobachtet worden. Als Erklärung wurde Wassermangel genannt. Neun Tage später zitterte die Kanzlerin bei der Ernennung der neuen Justizministerin Christine Lambrecht (SPD) erneut. Diesmal hieß es, der Anfall gehe auf die psychologische Verarbeitung der ersten Attacke zurück.

So begründete Merkel nun auch den neuerlichen Anfall vom Mittwoch. Sie sei immer noch in der Verarbeitungsphase. "Die ist offensichtlich noch nicht ganz abgeschlossen, aber es gibt Fortschritte. Und ich muss damit jetzt eine Weile leben", sagte sie. "Ich glaube, dass es so, wie es gekommen ist, eines Tages auch vergehen wird." Die Frage, ob Merkel in den vergangenen drei Wochen in ärztlicher Behandlung war, blieb bisher offen.

Endlos viele Termine

Viel Zeit zum Erholen haben Regierungschefs in der Regel nicht. Auch Merkel hat meist wenig Zeit zum Durchatmen. Allein an diesem Freitag hat sie drei öffentliche Termine: die Entgegennahme eines Sondergutachtens zum CO2-Preis, den Festakt zur Eröffnung der Berliner James-Simon-Galerie sowie die Feier zum 50. Jahrestag des Entwicklungshelfergesetzes.

Nach ihrer Paris-Reise besucht Merkel dann am Montag Görlitz und Dresden. Am Dienstag wird im Europaparlament in Straßburg mit der Entscheidung über die neue EU-Kommissionspräsidentin gerechnet. Wird Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) tatsächlich gewählt, muss Merkel ihr Kabinett umbilden. Am Mittwoch tagt das Bundeskabinett - und Merkel wird an diesem Tag 65 Jahre alt. Kurz danach dürfte es dann in den Sommerurlaub gehen.

Links zum Thema
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Kommentar: Merkels Zitter-Anfall: Gesundheit ist keine Privatsache

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