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Björn Höcke - © Foto: Bodo Schackow
Björn Höcke, AfD-Fraktionschef im Thüringer Landtag, stammt aus Rheinland-Pfalz. | © Foto: Bodo Schackow

Nein zum "Personenkult" 100 AfD-Funktionäre proben Aufstand gegen Rechtsaußen Höcke

Anne-Beatrice Clasmann
10.07.2019 | Stand 10.07.2019, 10:29 Uhr
Jan Sternberg

Berlin. Der Thüringer AfD-Fraktionschef und Partei-Rechtsaußen Björn Höcke hat den Zorn zahlreicher prominenter Parteifreunde auf sich gezogen. In einem Appell "für eine geeinte und starke AfD", der veröffentlicht wurde, heißt es: "Mit seiner Rede beim Kyffhäuser-Treffen am Sonnabend hat Björn Höcke die innerparteiliche Solidarität verletzt und ist damit unseren Wahlkämpfern und Mitgliedern in den Rücken gefallen." Kritik am "exzessiv zur Schau gestellten Personenkult" Der überwiegende Teil der Mitgliedschaft lehne zudem den "exzessiv zur Schau gestellten Personenkult" um Höcke ab, wie er bei dem Treffen des "Flügels" zelebriert worden sei. Die Unterzeichner, zu denen mehrere Dutzend Mandatsträger zählen, halten fest: "die AfD ist und wird keine Björn-Höcke-Partei". Höcke solle sich auf seine Aufgaben in Thüringen beschränken. Zu den Unterzeichnern gehören unter anderem der Bundesschatzmeister Klaus Fohrmann, die Partei-Vize Albrecht Glaser, Kay Gottschalk, Georg Pazderski. Auch mehrere Bundestagsabgeordnete schlossen sich dem Appell an, darunter Joana Cotar, Verena Hartmann, Marc Jongen und Volker Münz. Auch der rheinland-pfälzische Landeschef Uwe Junge und die niedersächsische AfD-Chefin Dana Guth haben unterschrieben. Interessant an dem Appell und seiner Unterzeichnerliste ist, dass viele Mitglieder des Bundesvorstands auch jetzt den offenen Konflikt mit Höcke scheuen. Weder AfD-Chef Jörg Meuthen noch Fraktionsvorsitzende Alice Weidel oder Bundesvorstandsmitglied und Fraktionsvize Beatrix von Storch gehören zu den Erst-Unterzeichnern, obwohl sie neben Pazderski die prominentesten Vertreter des konservativen Lagers in der AfD sind. Im Herbst werden der Vorstand der Bundestagsfraktion und der Parteivorstand neu gewählt. Um in ihren Ämtern bestätigt zu werden, können sie es sich mit Höckes Anhängern nicht komplett verscherzen. Höcke ätzt gegen den Bundesvorstand Parteichef Alexander Gauland hatte am Samstag beim jährlichen "Kyffhäusertreffen" des von Höcke gegründeten rechtsnationalen "Flügels" in der AfD erklärt, die AfD sei nicht gegründet worden, um "einen Raum zu schaffen, in dem jeder alles sagen kann". Höcke nutzte seine anschließende Rede vor 800 Flügel-Anhängern und Gästen für eine Breitseite gegen den Bundesvorstand der Partei. Außerdem kritisierte er das bayerische Landesschiedsgericht der Partei, das dem "Flügel" bescheinigt hatte, er stehe in einem "Konkurrenzverhältnis zur AfD. Höcke hatte beim "Flügel"-Treffen auf den Bundesvorstand und die "Spalter" in der Partei geschimpft. Seinen Anhängern rief er zu: "Ich kann Euch garantieren, dass dieser Bundesvorstand in dieser Zusammensetzung nicht wiedergewählt wird." Er verlieh ein "Flügel"-Abzeichen für treue Dienste. Ein Image-Film unterstrich seine dominante Rolle in der Vereinigung, die der Verfassungsschutz als Verdachtsfall im Bereich des Rechtsextremismus einstuft.

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