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Abkühlung - © Foto: Kay Nietfeld
Ein Mops erfrischt sich bei heißen Temperaturen in einem Springbrunnen im Berliner Lustgarten. | © Foto: Kay Nietfeld

39,6 Grad in Sachsen-Anhalt Juni setzt Hitzerekordjagd fort - Temperaturen bis 40 Grad erwartet

Auch in Ostwestfalen-Lippe werden Werte deutlich über 30 Grad vorhergesagt

Matthias Bungeroth
30.06.2019 | Stand 30.06.2019, 17:30 Uhr
Daniel Möglich

Bielefeld/Offenbach. Am letzten Juni-Sonntag wird es noch einmal richtig heiß. Der Deutsche Wetterdienst (DWD) rechnet mit Temperaturen bis 39 Grad. Auch in Ostwestfalen-Lippe werden die Höchstwerte deutlich über der 30-Grad-Marke liegen. Noch immer schauen die Meteorologen gespannt auf das Thermometer. Denn es ist nicht ausgeschlossen, dass sich die Hitze auf ein neues Rekordhoch schrauben wird. Erst am vergangenen Mittwoch wurde in den Orten Coschen (Brandburg) und Bad Muskau Sachsen mit 38,6 Grad Celsius ein neuer Hitze-Rekord für den Monat Juni aufgestellt. Die alte Bestmarke von 38,5 Grad hatte 70 Jahre lang Bestand. "Der Juni 2019 ist der wärmste seit 1881" "Der Juni ist nun mit einem Durchschnittswert von 19,7 Grad der wärmste Junimonat seit Beginn der Wetteraufzeichnungen im Jahr 1881", sagt Diplom-Meteorologe Dominik Jung vom Wetterportal wetter.net. Die Experten warnen davor, dass die UV-Belastung an diesem Sonntag vielerorts extrem hoch sein wird. "UV-Strahlung wirkt auf den menschlichen Körper", erläutert das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS). Betroffen seien die Haut und die Augen. "Dort kann UV-Strahlung zahlreiche gesundheitliche Schäden verursachen - im schlimmsten Fall Hautkrebs", warnen die BfS-Experten. Grundsätzlich sollte sonnenentwöhnte Haut immer langsam an eine längere Sonnenbestrahlung gewöhnt werden, raten die Experten. "Vermeiden Sie unbedingt einen Sonnenbrand!" Dies erreichen Sie am besten durch einen Ihrem Hauttyp entsprechenden Sonnenschutz unter Beachtung der Sonnenschutzregeln. Wer schütteres Haar oder eine Glatze habe, solle an Tagen wie diesen unbedingt einen Hut oder eine Kappe tragen. Sakkopflicht für Schützen aufgehoben Den Gefahren durch die Hitze tragen auch die Veranstalter des größten Schützenfestes in Hannover Rechnung. Für die rund 12.000 Teilnehmer am Schützenausmarsch wurde die Sakkopflicht aufgehoben. Kostenlose Trinkwasserzapfstellen wurden eingerichtet. Die teilnehmenden Pferde werden bei Bedarf mit Schwämmen gekühlt. Hitzewellen bedeuten Experten zufolge für ältere Menschen ab 75 Jahren ein hohes Risiko. Mit einer aktuellen Zunahme der Todesfälle in Deutschland wegen der Juni-Hitze sei zu rechnen, sagte Matthias an der Heiden vom Robert Koch-Institut. "Außenliegender Sonnenschutz hält die Wärme aus der Wohnung" Studien zeigen, dass solche Perioden in den vergangenen Jahren in Deutschland für Tausende Todesfälle gesorgt haben. Nach der Wetterdienst-Vorhersage gehen die Temperaturen ab Montag schrittweise zurück, außer im Norden sehe es nach schönem Sommerwetter bei 24 bis 29 Grad aus. Die Verbraucherzentrale NRW rät, Wohnungen nur nachts zu lüften. "Ein außenliegender Sonnenschutz wie Rollläden oder Jalousien hält Sonnenstrahlen und Wärme aus der Wohnung", so die Verbraucherexperten. Ihr weiterer Rat: "Ventilatoren sind eine gute Alternative zu teuren Klimageräten und sorgen für eine angenehme Abkühlung." Bewegte Luft fühle sich kühler an als stehende Luft – 30 Grad Celsius sind plötzlich gar nicht so schlimm. Was die richtige Ernährung bei Hitze angeht, rät der Bielefelder Hausarzt Wolfgang Picker-Huchzermeyer zu Gemüse und Salaten. Ausreichend Flüssigkeitszufuhr sei wichtig, aber: "keine Getränke, die sehr kühl sind." Denn diese führten zu Schweißausbrüchen. Etwas Salzzufuhr sei gut, damit der Körper nicht unter Mineralienmangel leide.

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