Unwetter auf Mallorca - © Foto: Clara Margais
Einwohner von Sant Llorenc des Cardassar gehen nach dem schweren Unwetter an Autowracks vorbei. | © Foto: Clara Margais

Tödliche Wassermassen Journalist aus Niedersachsen bei Mallorca-Unwetter gestorben

Palma (dpa). Bei dem schweren Unwetter auf der spanischen Insel Mallorca sind drei Deutsche ums Leben gekommen, darunter ein Mann aus Niedersachsen. Es handelt sich um einen Journalisten, wie am Abend der Chefredakteur der „Neuen Presse" in Hannover bestätigte.

Der Reporter sei auf der Insel im Urlaub gewesen. Er habe am Dienstag eine Freundin vom Flughafen abholen wollen, sei dort aber nie angekommen. Die Freundin und eine Nachbarin haben den Mann demnach identifiziert. Bei zwei am Donnerstag entdeckten Leichen handelt es sich um ein deutsches Ehepaar, dessen genaue Herkunft zunächst unklar blieb, wie eine Sprecherin des Notdienstes der Balearen der Deutschen Presse-Agentur sagte.

Insgesamt stieg die Zahl der Toten auf der Urlaubsinsel damit auf zwölf. Auch in anderen südeuropäischen Regionen gab es verheerende Unwetter mit Starkregen und Toten.

Ein fünfjähriges Kind wurde weiter vermisst. Nach Angaben von Balearen-Präsidentin Francina Armengol beteiligten sich rund 800 Einsatzkräfte an der Suche nach dem Jungen und den Deutschen.

Orte von der Außenwelt abgeschnitten

Nach einem Sturzregenam Dienstagabend waren mehrere Orte an der Ostküste Mallorcas überschwemmt worden. Straßen verwandelten sich in reißende Flüsse und wurden teilweise komplett weggespült. Die Ortschaften Betlem und Colònia de Sant Pere seien weitgehend von der Außenwelt abgeschnitten, berichtete das „Mallorca Magazin".

Bei den anderen auf Mallorca geborgenen Toten handele es sich um sechs Männer und vier Frauen, so die Einsatzkräfte auf Twitter. Neben den Deutschen seien drei weitere Opfer Ausländer - ein Paar aus Großbritannien und eine Holländerin.

Am schlimmsten betroffen war der Ort Sant Llorenç des Cardassar 60 Kilometer östlich von Palma. Innerhalb von nur zwei Stunden waren in der Region nach Angaben des Wetterdienstes mehr als 230 Liter Wasser vom Himmel gefallen. Daraufhin trat ein Bach über die Ufer - die Wassermassen rissen alles mit, was sich ihnen in den Weg stellte.

Am Freitag wollen König Felipe und Königin Letizia Medienberichten zufolge in das Gebiet reisen, um sich persönlich ein Bild von der Lage zu machen.

Links zum Thema
Wetterdienst der Balearen auf Twitter
Tweet des Notdienstes zu den Opfern
Tweet des Notdienstes zu vermissten Deutschen
Tweet von Rafael Nadal

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