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Zögerlich: Nur wenige Fahrschule setzen derzeit in Deutschland Elektroautos ein. Das könnte auch daran liegen, dass sie wenig Auswahl auf dem Markt haben. - © picture alliance/dpa
Zögerlich: Nur wenige Fahrschule setzen derzeit in Deutschland Elektroautos ein. Das könnte auch daran liegen, dass sie wenig Auswahl auf dem Markt haben. | © picture alliance/dpa

E-Mobilität Kommentar zu E-Autos in Fahrschulen: Versagen an allen Fronten

Eine TÜV-Vorgabe schreibt vor, wie viel Platz der Fahrprüfer im Rückraum haben muss. Und verbannt damit fast alle Modelle aus der Auswahl.

Anneke Quasdorf
29.07.2019 | Stand 29.07.2019, 17:28 Uhr

Das Leben eines umweltbewussten Menschen ist anstrengend. Plastik vermeiden, immer Einkaufsbeutel dabei haben, immer, immer das Licht ausmachen, wenn es geht, das Auto stehen lassen, und so weiter und so fort. Besonders anstrengend sind allerdings die inneren Wutzustände, in die man gerät, wenn man dann von solchen Possen erfährt, wie den Zulassungsproblemen von Elektroautos für Fahrschulen. Weil sich der Prüfer nicht ausstrecken kann, sind nur drei von rund 30 verfügbaren Modellen erlaubt. Wo leben wir denn? Klar, kein Mensch weiß, ob E-Mobilität in Fahrschulen schon verbreiteter wäre, wenn sich die Betriebe auf dem Markt frei entscheiden könnten. Darum geht es aber auch nicht. Worum es geht, sind die Schranken im Kopf, das Klein-Klein auf dem Papier, das völlige Versagen an allen Fronten, wenn es darum geht, Technologien, die dem Klimaschutz dienen (und die wir immerhin haben, Himmeldonnerwetter!), selbstverständlich in unseren Alltag zu integrieren. Zwei Schritt vor, fünf zurück Der Klimawandel schreitet voran, stetig und beharrlich. Und wir? Wir machen zwei Schritte vorwärts und fünf zurück. Solche Geschichten beweisen doch aufs Höhnischste, dass es immer noch nicht angekommen ist, dass wir die Zeit für solche Sperenzchen nicht mehr haben. Und ganz ehrlich? Komme ich mir langsam nicht mehr verantwortungsbewusst, sondern schön blöd dabei vor, meinen Joghurt in Gläsern in Jutetaschen aus dem Supermarkt zum Bus zu schleppen. Denn was bringt’s?

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