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Die Lernmethode "Schreiben nach Gehör" wird es in NRW-Grundschulen in Reinform bald nicht mehr geben. - © Pixabay
Die Lernmethode "Schreiben nach Gehör" wird es in NRW-Grundschulen in Reinform bald nicht mehr geben. | © Pixabay

Kommentar Abschaffung von „Schreiben nach Gehör“: Das hilft Schülern nicht weiter

Kommentar zu neuen Regeln für Grundschulen in NRW

Anneke Quasdorf
18.07.2019 | Stand 18.07.2019, 20:21 Uhr

Das war einfach. Mitten in den Sommerferien, wenn es keiner so richtig mitbekommt, hat das Schulministerium schwuppsdiwupps den lästigen Streit ums Schreibenlernen von Grundschülern beendet. Kurz zusammengefasst sieht das neue Regelwerk vor: Künftig dürfen Schüler nicht mehr nur wie sie wollen, müssen Lehrer ihren Unterricht als einen Mix aus freiem Schreiben und verpflichtendem Rechtschreiberwerb gestalten. Das Problem: Neu ist daran gar nichts. Denn auch in den vergangenen Jahren, betonen Lehrerverband und GEW, habe es kaum Grundschulen gegeben, in denen reines „Schreiben nach Gehör" unterrichtet wurde. Nur die Spitze des Eisbergs Nur eine Lernmethode für die schlechten Rechtschreibleistungen von Grundschülern verantwortlich zu machen, wie das Schulministerium NRW es tut, ist deshalb schlichtweg falsch. Denn sie ist nur die Spitze des Eisbergs. Allerdings ist es natürlich viel einfacher, flugs mal eine 70-seitige Handreichung zu entwerfen, als die politischen Mühlen anzuwerfen für bessere Besoldung von Grundschullehrern, für eine Aussetzung der zeitfressenden Qualitätsanalyse in den Schulen. Mal abgesehen davon, dass keine der Maßnahmen zur Bekämpfung des eklatanten Lehrermangels zeitnah fruchten wird und eine schnelle Lösung nicht in Sicht ist. All das erwarten Lehrer und Eltern aber im Zuge des Masterplans Grundschule. Da wirkt ein Leitfaden für bessere Rechtschreibung fast wie Hohn. Kontakt zur Autorin

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