Schalkes scheidender Sportdirektor Christian Heidel. - © Witters
Schalkes scheidender Sportdirektor Christian Heidel. | © Witters

Meinung Bundesliga-Kommentar: Heidels Rücktritt allein wird Schalke nicht reichen

Nach der 0:3-Klatsche gegen Mainz, setzt der Manager ein Zeichen

Wenn eins verlässlich ist in dieser Wundertüten-Saison, dann, dass auf die Schalker kein Verlass ist. Selbst gegen den vermeintlichen Lieblingsgegner - nur gegen Mainz gewannen die Knappen die letzten fünf Bundesliga-Duelle - kassieren sie eine 0:3-Klatsche. Wo soll das nur enden?

Sieben Zähler ist der Tabellen-14. noch vom Relegationsplatz entfernt. Der Auftritt gegen Mainz war wie schon so oft in dieser Bundesliga-Serie ideenlos, mutlos und hoffnungslos.

Immerhin übernimmt jetzt mal einer Verantwortung. Manager Christian Heidel kündigte nach der neuerlichen Pleite an, dass er seinen bis zum 30. Juni 2020 datierten Vertrag vorzeitig auflösen werde. "Auch wenn in dieser Saison einiges gegen uns gelaufen ist, habe ich selbstverständlich hierfür die Gesamtverantwortung", begründet Heidel seinen Entschluss. Derzeit sei die notwendige Ruhe auf Schalke "nicht zu gewährleisten, was in erster Linie mit Diskussionen um meine Person zusammenhängt", sagt er. Der 55-jährige stand aufgrund seiner verfehlten Personalpolitik - keiner seiner Millionentransfers hat auf Schalke eingeschlagen - massiv in der Kritik. Eine Abfindung will er nicht.

Heidel setzt zum Wohle des Vereins ein Zeichen. Doch steht er als Manager zwar in der Gesamtverantwortung, allein schuldig an der sportlichen Misere ist er jedoch nicht.

So muss die Frage erlaubt sein: Welche Konsequenzen zieht eigentlich Domenico Tedesco? Es ist nicht zu übersehen, dass der Trainer mit seiner defensiven Spielphilosophie an seine Grenzen stößt. So erfolglos war Schalke zu diesem Zeitpunkt der Saison seit 35 Jahren nicht mehr. Schön anzusehen, war das Schalker Treiben auf dem Platz unter Tedesco ohnehin selten, wurde aber in der vergangenen Saison durch die Vizemeisterschaft aufgehübscht.

Dass es die Schalker besser können, haben sie zumindest eine Halbzeit lang bei der Fast-Sensation gegen Pep Guardiolas Manchester City in der Champions League gezeigt. Warum ist das nicht in der Bundesliga gegen Mainz möglich?

Zu erwarten, dass sich die Situation rund um Königsblau allein durch Heidels Rücktritt ad hoc verbessert, wäre jedenfalls fahrlässig und hat schon andere Hochkaräter in die Zweite Liga geführt.

Links zum Thema
Schalke-Sportvorstand Heidel: «Rentner werde ich noch nicht»

Copyright © Neue Westfälische 2019
Texte und Fotos von nw.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.

Kommentare

Um Ihren Kommentar abzusenden, melden Sie sich bitte an.
Sollten Sie noch keinen Zugang besitzen, können Sie sich hier registrieren.

Mit dem Absenden des Kommentars erkennen Sie unsere Nutzungsbedingungen für die Kommentarfunktion an.

Kommentar abschicken
realisiert durch evolver group