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Filmemacher Konrad Wolf (1925-1982) wollte einen europäischen Sozialismus. - © Die Andere Bibliothek
Filmemacher Konrad Wolf (1925-1982) wollte einen europäischen Sozialismus. | © Die Andere Bibliothek

Interview zu Konrad Wolf „Ein Leben zwischen allen Stühlen“

Antje Vollmer spricht im Interview über den berühmten DDR-Filmemacher Konrad Wolf und seinen Spagat, hochrangiger Kulturfunktionär, SED-Mitglied und wahrhafter Künstler zugleich zu sein.

Stefan Brams
19.02.2020 | Stand 19.02.2020, 18:54 Uhr

Frau Vollmer, 30 Jahre nach der deutschen Einheit haben Sie zusammen mit dem Liedermacher Hans-Eckardt Wenzel ein Buch über einen der wichtigsten DDR-Filmemacher, Konrad Wolf, vorgelegt. Was hat Sie an ihm interessiert?
Antje Vollmer:
Konrad Wolf hat sein Leben lang die Frage umgetrieben, wie viel künstlerische Freiheit ist einem Künstler möglich, wenn er sich auch politisch engagiert. Und er hat sich intensiv mit der Frage auseinandergesetzt, wie seine Kunst dazu beitragen kann, politische Ziele zu verwirklichen, ohne dass er als freier Künstler zum Parteisoldaten wird. Das waren zentrale Lebensthemen von Konrad Wolf, die auch schon seinen Vater, den Kommunisten, Dramatiker und Arzt Friedrich Wolf bewegt haben. Diesen Fragen wollten wir mit unserem Buch nachspüren und auch zeigen, wie sehr die Familientradition ihn beeinflusst hat, diesen Weg zu gehen, sich parteipolitisch als Kommunist zu engagieren und ein authentischer Filmemacher zu bleiben.

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