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Ist tot: Seit der Spielzeit 1977/78 war Schauspielerin Therese Berger (hier zum 50. Mal als "Rosel" zu sehen) am Bielefelder Theater. - © Foto: Matthias Stutte
Ist tot: Seit der Spielzeit 1977/78 war Schauspielerin Therese Berger (hier zum 50. Mal als "Rosel" zu sehen) am Bielefelder Theater. | © Foto: Matthias Stutte

Bielefeld Therese Berger ist tot

Bielefelder Schauspielerin starb nach längerer Krankheit

Stefan Brams
28.01.2015 | Stand 29.01.2015, 07:45 Uhr |

Bielefeld. Therese Berger ist tot. Die Schauspielerin, die seit der Spielzeit 1977/78 dem Bielefelder Theater angehörte, starb heute morgen nach längerer Krankheit. "Therese Berger war nicht nur eine großartige Schauspielerin, sondern auch eine tolle Kollegin, ein ganz besonderer Mensch und vielen von uns eine gute Freundin. Sie hat ihre Rollen mit einer ungemeinen Leidenschaft und Intensität erarbeitet und gespielt. Das Publikum liebte sie zu Recht dafür. Ihr Tod ist für uns ein unendlich schmerzvoller Verlust. Wir werden sie furchtbar vermissen", so Michael Heicks, Intendant des Theaters Bielefeld. Die in Graz geborene Schauspielerin fand ihr erstes Engagement am Theater in ihrer Heimatstadt. Neben Engagements bei den Bad Hersfelder Festspielen verkörperte sie auch mehrere Rollen in österreichischen Fernsehproduktionen. Seit 1977 gehörte die gebürtige Österreicherin zum Ensemble des Theaters Bielefeld und war über die Jahre in zahlreichen Hauptrollen zu erleben. Auch mit zahlreichen Lesungen war sie in der gesamten Region präsent und wurde zu dem Gesicht des Theaters. Berger spielte u.a. das Fräulein Luise in Tankred Dorsts "Herr Paul", Viola in Shakespeares "Was ihr wollt", Blanche in Williams "Endstation Sehnsucht", Claire Zachanassian in Dürrenmatts "Besuch der alten Dame", Martha Brewster in Kesselrings "Arsen und Spitzenhäubchen", die Kurfürstin in Kleists "Prinz Friedrich von Homburg", Anna in der Uraufführung von Werner Buhss‘ "Dreißig", Marquise de Merteuil in Heiner Müllers "Quartett" und die Titelrolle von Hermann Brochs "Die Erzählung der Magd Zerline". Zuletzt war sie u. a. in Richard Alfieris Sechs Tanzstunden in sechs Wochen, in Tracy Letts Eine Familie, der Titelrolle von Anne Leppers Uraufführung Käthe Hermann sowie in der Komödie Die spanische Fliege von Arnold / Bach zu erleben. Vor einigen Jahren begeisterte sie Zuschauer und Kritiker zudem mit dem Ein-Personen-Stück Oskar und die Dame in Rosa von Eric-Emmanuel Schmitt, das auch in zahlreichen Gastspielen außerhalb Bielefelds gezeigt wurde. Zuletzt brillierte sie seit Oktober 2012 in mehr als 50 Vorstellungen als Rosel im gleichnamigen Stück von Harald Müller. Für ihre Schauspielkunst erhielt sie zahlreiche Auszeichnungen.

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