Hasskommentare wie dieser können nicht nur dazu führen, dass Jugendliche die Schule meiden, sondern sogar über einen Suizid nachdenken. - © picture alliance / dpa Themendienst
Hasskommentare wie dieser können nicht nur dazu führen, dass Jugendliche die Schule meiden, sondern sogar über einen Suizid nachdenken. | © picture alliance / dpa Themendienst

Meinungsmacher-Mediencamp "Geh sterben du Hässlichkeit!" - Wie Instagram für Suizidgedanken sorgt

Hasskommentare sind ein Problem in vielen sozialen Netzwerken. Änna und Marlene vom Meinungsmacher-Mediencamp haben die Folgen untersucht

Aus dem Meinungsmacher-Mediencamp
von Änna und Marlene

Bielefeld. „Geh sterben du Hässlichkeit": Solche Beschimpfungen bekam die zwölfjährige Sofie täglich auf ihr Handy. Die meisten Kommentare bekam sie per SMS oder über Instagram.

Mit neun Millionen aktiven Nutzern ist Instagram eine der meistgenutzten Plattformen in Deutschland. Besonders bei 13- bis 24-Jährigen ist die Social-Media-App sehr beliebt. Aber gerade in diesem Alter entwickelt man seine eigene Persönlichkeit und vergleicht sich mit anderen.

Anonymes Mobbing

Die Plattform Tellonym nutzen viele Jugendliche, um andere anonym schlecht zu machen und sich selbst besser zu fühlen. Auf Tellonym kann sich jeder Nutzer sein eigenes Konto erstellen und anderen Nutzern anonyme Nachrichten schicken. Dabei wird Tellonym vor allem für Instagram verwendet. Den in Tellonym erzeugten Link postet man anschließend in seiner Instagram-Story, sodass die Follower über den Link informiert werden. So können sie problemlos Beleidigungen und Beschimpfungen versenden und die Person anonym „haten".

Im Endeffekt ist es egal, auf welchen Plattformen man solche Kommentare bekommt, aber welche Auswirkungen das für die betroffenen Personen haben kann, sieht man am Beispiel Sofie: Das führte bei dem Mädchen laut dem Express zu Selbstmordgedanken und wochenlanger Krankmeldung, weil sie sich nicht mehr in die Schule traute. Der Schulleiter ihrer Schule, Thomas M., appellierte laut dem Bericht an die Eltern und Schüler, dass bei Problemen jederzeit die Klassenlehrer oder eine Schulsozialarbeiterin hinzugezogen werden könnten.

Fast jeder kennt Hass-Kommentare aus eigener Erfahrung

Über 90 Prozent der Jugendlichen und jungen Erwachsenen sind schon mit Hass-Kommentaren konfrontiert worden, dass hat die Forsa-Umfrage von der Landesanstalt für Medien NRW 2016 bestätigt. Das zeigt, dass das Beispiel von Sofie kein Einzelfall ist.

Links zum Thema
So war das Meinungsmacher-Mediencamp 2018

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