Eine junge Frau in kurzen Hosen hält auf einem Werbeplakat ein Schild mit der Aufschrift "Nicht nur für eine Nacht". Feministinnen haben einen Aufkleber mit den Worten "Sexistische Kackscheisse", auf den linken Oberschenkel der Frau auf dem Plakat geklebt. Es ist nur ein Beispiel für Sexismus. - © picture alliance / Wolfram Steinberg
Eine junge Frau in kurzen Hosen hält auf einem Werbeplakat ein Schild mit der Aufschrift "Nicht nur für eine Nacht". Feministinnen haben einen Aufkleber mit den Worten "Sexistische Kackscheisse", auf den linken Oberschenkel der Frau auf dem Plakat geklebt. Es ist nur ein Beispiel für Sexismus. | © picture alliance / Wolfram Steinberg

Meinungsmacher-Mediencamp Beispiele für Sexismus im Alltag

Die 14-jährige Hannah und die 15-jährige Jamila sind genervt vom Alltagssexismus und haben Beispiele gesammelt.

Aus dem Meinungsmacher-Mediencamp
von Jamila und Hannah 

Bielefeld. Stellen wir uns vor, wir sehen eine lächelnde Frau halbnackt in hautfarbener Unterwäsche, auf einem blauen Sessel sitzen. Sie fährt sich mit der einen Hand durch die Haare, während sie sich uns zuwendet. Auf dem Bild ist ein Preisschild zu sehen, dieses zeigt an, dass der Sessel für 55 Euro verkauft wird. Dies ist nur ein Beispiel für Sexismus in der Werbung und im Alltag.

Unter Sexismus versteht man eine Diskriminierung auf Basis der Geschlechter. Das bedeutet, dass keine Gleichberechtigung erfolgt. Beispiele dafür gibt es auch heute noch genug.

Keine weiblichen Führungskräfte erlaubt

Ein Weiteres ist die Tatsache, dass in nahezu allen Religionen keine weiblichen Führungskräfte erlaubt beziehungsweise vorhanden sind. Auch die YouTube-Expertin „ReklameDame" sagt: „Auch in den Medien ist Sexismus verbreitet, ob als Kommentar unter einem Video oder als Inhalt und Titel des Videos."

Das ist auch zu sehen in einigen Videos von Marielle Jeanne. So hat sie einige Videos mit dem Inhalt „wie gefalle ich einem Mann am besten" gemacht. Darin kommen Sprüche vor wie: „Was ich mega süß an Jungs finde ist, wenn sie ihre große Hand auf den Kopf des Mädchens legen, und dies dann etwas Beschützerisches hat." Solche Videos von sogenannten Influencern mit über 1,2 Millionen Abonnenten erreichen Millionen von Jugendlichen und beeinflussen diese auf eine sexistische Weise.

Männer gelten als stark und beschützend

So führen solche Videos zu Einstellungen wie: Männer müssen grundsätzlich stark und beschützerisch sein und so auf Frauen wirken. Die Schauspielerin Maria Furtwängler, welche sich für Frauenrechte engagiert, sagte in einem Interview von Frau TV: „Es ist die Angst von uns Frauen, den Männern nicht zu gefallen." Auch wenn es viele Frauen und Männer gibt, die etwas gegen Sexismus tun, ist Sexismus im Alltag noch viel zu stark vorhanden.

Das fängt schon in der Grundschule an, in welcher zwischen Mathebüchern für Jungen und Mädchen unterschieden wird. Für Jungen gibt's ein blaues Mathebuch mit Aufgaben, die sich auf Krieg, Piloten oder Forscher beziehen, für Mädchen Matheaufgaben, die mit Kochen, Nähen, Backen oder Pferden und Elfen zu tun haben. Auch das ist Sexismus, denn den Geschlechtern werden bestimmte Eigenschaften und Interessen vorgeschrieben.

Unser Fazit: Sexismus kann uns überall begegnen, ob in den Medien, auf der Straße, im Beruf oder beim Shoppen gehen. Dieser Sexismus im Alltag wird meist nicht bemerkt, doch er hinterlässt tiefe Strukturen. Wir Kinder und Jugendliche bekommen so von Anfang an eine dominierende Männerstruktur vorgelegt.

Genauso wird Männern vorgeschrieben, stark, emotionslos und beschützerisch zu sein. Alle diese Dinge kann man unter dem Begriff Sexismus einordnen, und sie verletzen somit das Selbstwertgefühl von vielen Menschen.

Links zum Thema
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