Am 12.02.2013 wird auf allen Titelseiten der deutschen Zeitungen vom Rücktritt von Papst Benedikt XVI. berichtet. Die Bildauswahl ist ganz unterschiedlich. Aber ist sie überall objektiv? - © picture alliance / dpa
Am 12.02.2013 wird auf allen Titelseiten der deutschen Zeitungen vom Rücktritt von Papst Benedikt XVI. berichtet. Die Bildauswahl ist ganz unterschiedlich. Aber ist sie überall objektiv? | © picture alliance / dpa

Meinungsmacher-Mediencamp Ein Kommentar: Wie objektiv können Bilder sein?

Die 13-jährige Niala hinterfragt die Bildauswahl zu Berichten

Aus dem Meinungsmacher-Mediencamp
von Niala 

Bielefeld. „Bär erschossen im Wald aufgefunden" – was denken Sie sich bei dieser Schlagzeile? Haben Sie Mitleid mit dem armen Tier oder haben Sie das Bild eines gefährlichen Raubtiers vor Augen? Der Artikel dazu bestätigt weder das Eine, noch das Andere. Und das ist gut so. Weil Berichte objektiv sein müssen. Die Bilder dazu sind es leider oft nicht.

Stellen Sie sich die beiden Bilder erneut vor und überlegen Sie: Können sie überhaupt objektiv sein? Nein, können sie nicht. Denn das einzige mögliche „objektive" Bild wäre das des erschossenen Bären. Das kann man aber schlecht zeigen, es würde jüngere Leser wahrscheinlich traumatisieren.
Also muss ein Symbolbild her.

Auch in Bilder werden Emotionen hineininterpretiert

Und hier haben wir das Problem: Egal, wie der Bär auf dem Foto aussieht, es wird eine subjektive Emotion transportiert. Ob Sie wollen oder nicht. Denn wir Menschen neigen dazu, in Bilder - nicht nur von Tieren - Emotionen hineinzuinterpretieren.
Und genau das sollte der Journalist bei seiner Bildauswahl berücksichtigen.

Jeder Redakteur sollte eine wichtige Regel kennen: Meinung und Bericht müssen immer getrennt werden! Streng genommen ist das Bild zwar kein Text, doch es gehört zum Bericht, und deshalb sollte es die Regeln eines Berichtes einhalten und objektiv sein. „Derjenige, der das Bild auswählt, muss sich der Wirkung des Bildes bewusst sein", sagt Klaus Schrotthofer, Geschäftsführer der Neuen Westfälischen.

Doch wenn Journalisten das wissen, wieso gibt es dann so häufig Bilder mit subjektiver Aussage? Wieso nehmen sie sich nicht genauso viel Zeit für ihre Bilder wie für ihre Texte? So sollte es sein. Denn Bilder machen Meinung.

Links zum Thema
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