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Fitness mit dem Baby: Trainerin Karin Sandjohann (Mitte) macht mit Jessica Brunshus (l.) und Mareike Glatzel verschiedene Übungen, damit die jungen Mütter ihre Muskulatur stärken. Auch Baby Emily (l.) und Klein-Piet sind im Tragetuch dabei. - © Mareike Patock
Fitness mit dem Baby: Trainerin Karin Sandjohann (Mitte) macht mit Jessica Brunshus (l.) und Mareike Glatzel verschiedene Übungen, damit die jungen Mütter ihre Muskulatur stärken. Auch Baby Emily (l.) und Klein-Piet sind im Tragetuch dabei. | © Mareike Patock

Enger Neuer Sportkurs für Frauen in Enger: Fit werden mit dem Baby auf dem Rücken

"Kanga" heißt ein neuer Sportkursus für Mütter nach einer Entbindung. Das Besondere: Der Nachwuchs hilft mit, dass Mamas Muskulatur wieder gestärkt wird.

Mareike Patock
27.07.2019 | Stand 21.08.2019, 16:10 Uhr

Enger. Aus den Musikboxen schwappen mitreißende südländische Rhythmen. Vorne, im Fitnessraum von "Physio Aktiv" in Enger, steht Karin Sandjohann und macht Ausfallschritte und Kniebeugen im Takt der Musik vor. Mit ihr trainieren an diesem Mittag Jessica Brunshus und Mareike Glatzel. Es ist ein Fitness-Workout der etwas anderen Art - denn die Sportlerinnen tragen bei den Übungen ihre Babys auf Rücken oder Bauch. Und das trainiert auf besondere Weise. "Kanga" heißt der Kurs, den Sandjohann seit einigen Wochen auch in der Widukindstadt anbietet. Seit etwa zehn Jahren gebe es diese Form des Fitness-Workouts für Mütter und ihre Babys, sagt sie. Der Name "Kanga" komme von Känguru. Weil die Kinder in ihren Tragetüchern bei dem Training miteingebunden seien - wie in einem Känguru-Beutel. Puppe Robert ist verletzt Um den Kursus anbieten zu können, brauche es eine spezielle Ausbildung, sagt Sandjohann. 2012 hat sie die abgelegt. Seit 2013 gibt sie Kurse in Leopoldshöhe, Bielefeld, Herford und jetzt auch in Enger. "Normalerweise habe ich beim Training auch ein Tragetuch um", sagt Sandjohann. Darin: Puppe Robert. Der allerdings habe sich am Arm verletzt und müsse jetzt erstmal geheilt werden, scherzt sie. Darum leite sie den Kurs heute ohne Baby-Puppe. Mareike Glatzel ist mit ihrem Sohn Piet gekommen. Der ist elf Monate alt. Und während seine Mutter mit ihm auf dem Rücken Ausfallschritte und Kniebeugen trainiert, ist er in seinem Tragetuch schon vor einiger Zeit eingeschlummert - an Mama gekuschelt, den Nuckel im Mund. "Zu 90 Prozent schlafen die Kinder bei dem Training ein", sagt Sandjohann lachend. Emily, die acht Monate alte Tochter von Jessica Brunshus, ist hingegen noch hellwach und verfolgt neugierig, was da so um sie herum vorgeht. Fast wie ein Rucksack auf dem Rücken Das Ganzkörper-Workout sei effektiv, sagt Brunshus und ergänzt lachend: "Nach dem ersten Mal hatte ich wirklich überall Muskelkater." Ein bisschen sei es so, als trage man beim Sport einen Rucksack auf dem Rücken, berichtet Mareike Glatzel. Sie merke, dass sie durch Kanga fitter geworden sei. "Das Training ist heute nicht mehr so anstrengend wie in der ersten Stunde", sagt die 30-Jährige. "Durch die Übungen wird die Gesäß-, die Bein- und die Brustmuskulatur gestärkt, aber auch die tiefe Bauchmuskulatur - das ist wichtig nach einer Entbindung", sagt Sandjohann. "Die Muskulatur wird aufgebaut und das Bindegewebe fester." Gleichzeitig sei das Training beckenbodenschonend und -aufbauend und gut für das Herz-Kreislaufsystem. "Die Mama wird fit und das Baby macht mit", betont die Trainerin. Außerdem praktisch: Die Mütter brauchen während des Kurses keinen Babysitter für den Nachwuchs. Grünes Licht vom Gynäkologen Frauen, die an einem solchen Training teilnehmen wollten, bräuchten allerdings erst das Okay von ihrem Gynäkologen. Er müsse nach einer Entbindung "grünes Licht für Sport und Rückbildung" geben, betont die Trainerin. Info: Karin Sandjohann, Tel. (0151) 46 46 23 51;  oder karin@kangatraining.de. Das Fitness-Workout findet  im Kursraum von "Physio Aktiv" an der Spenger Straße statt. Der nächste Kursus in Enger startet am 29. August.

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