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Push-Nachricht: Die Shopping-App informiert über das Libori-Kulturprogramm. - © Svenja Ludwig
Push-Nachricht: Die Shopping-App informiert über das Libori-Kulturprogramm. | © Svenja Ludwig

Paderborn Die neue Shopping-App für die Paderborner City im Test

Während Libori informiert die App auf dem Smartphone über besondere Rabatte und Veranstaltungen

Svenja Ludwig
30.07.2019 | Stand 30.07.2019, 13:26 Uhr

Paderborn. 70 Prozent auf ausgewählte Ware, noch mal 10 Prozent auf reduzierte Artikel, 20 Prozent auf alles: Die Schaufenster der Läden in der Paderborner City sind mit vielen roten Stickern tapeziert, die Schnäppchen versprechen und deren Jäger locken sollen. Aktuell läuft aber noch ein anderes Projekt, das die Paderborner zum Shopping motivieren soll. Eine neue App benachrichtigt ihre Nutzer beim Innenstadt-Bummel über aktuelle Angebote und Veranstaltungen. nw.de hat Smartmarket2 getestet. Die App Smartmarket2 gibt's für Apple und Android im jeweiligen App-Store. Zunächst soll ich mich registrieren. Verpflichtende Angaben sind Vorname, Mailadresse und Geschlecht. Wer möchte, kann außerdem Postleitzahl oder Geburtsjahr eingeben. Weil die App mich durch die Paderborner City begleiten möchte, muss ich ihr erlauben, dass sie meinen Standort tracken darf. Shoppen für die Wissenschaft Jetzt klicke ich mich durch ein kurzes Tutorial. Dabei stellt sich die App als "Forschungsprototyp" vor. Wissenschaftler der Universitäten Paderborn und Münster haben sie entwickelt. Wer die App herunterlädt, ist Teil einer wissenschaftlichen Datenerhebung. Ziel sei es, erfolgreiche Strategien des Online-Handels auf den stationären Handel zu übertragen, heißt es. Basierend auf den eingegebenen Daten soll der Nutzer individualisierte Angebote erhalten. Deshalb soll ich von 18 Shoppingkategorien diejenigen auswählen, die mich interessieren. Ich setze acht Häkchen. Mein erster Trip Mit einem Klick auf den "Playbutton" auf dem Startbildschirm beginne ich meinen Trip durch die Paderborner Innenstadt. Ich gehe am Detmolder Tor los, die Heiersstraße hinauf, über den Domplatz bis zum Rathaus. Zum ersten Mal vibriert mein Handy. Ich habe eine Push-Nachricht erhalten: "Neue Aktion von Libori". Ich klicke drauf. Leider ploppt zunächst wieder das siebenseitige Tutorial auf. Über den "Zurück-Button" gelange ich aber zu der Aktion. Sie weist mich auf das Libori-Kulturprogramm auf dem Franz-Stock-Platz hin. In der Westernstraße Mit dem Smartphone in der Hand laufe ich die Westernstraße hinab - in Erwartung, dass sicher gleich die nächste Nachricht eingeht. Es passiert: nichts. Schließlich rufe ich die App auf und schaue meine Einstellungen durch. Vielleicht liegt da der Fehler. Und tatsächlich. Die App hat die Interessen, die ich am Anfang ausgewählt habe, nicht übernommen. Ich setze wieder acht Kategorien auf "mag ich" und laufe zurück Richtung Rathaus. Es passiert: nichts. Jetzt gehe ich in die Vollen, favorisiere alle Kategorien und schlendere noch einmal die Einkaufsstraße auf und ab. Es passiert: immer noch nichts. Shoppen und Sparen Also gehe ich andere Wege. Und ja, endlich, am Domplatz meldet sich mein Handy mit einem Sonderangebot. Einen Rucksack soll ich im Outdoorladen für knapp 70 statt 90 Euro bekommen. Im Laden frage ich, wie das funktioniert. Ein Verkäufer zeigt mir einen kleinen Plastikkasten, der von innen am Schaufenster klebt, einen Cookie. Der sende Push-Nachrichten aus, wenn ein App-Nutzer in Reichweite sei. Der Outdoorladen werbe gerade mit zwei Artikeln, erklärt er. Der Rucksack solle Kundinnen ansprechen, eine kleine Taschenlampe die Herren. Wer an der Kasse die App vorzeige, bekomme vom Personal einen Code. Der wiederum werde in der App eingelöst. Fazit Die App ist im Allgemeinen nicht schlecht. Mir gefällt, dass sie nicht nur auf kommerzielle Angebote aufmerksam macht, sondern auch auf kostenlose Veranstaltungen. Nervig ist jedoch, dass sich die in den Nachrichten beworbenen Angebote nicht direkt aufrufen lassen. Stattdessen lande ich immer wieder im Tutorial. Wenn mehrere Benachrichtigungen gleichzeitig eingehen, lässt sich außerdem nur die letzte direkt anwählen. Im App-Protokoll habe ich später entdeckt, dass mein Handy insgesamt 41-mal mit Shops in der City interagiert habe - auch in der Westernstraße. Schade, dass ich das nicht bemerkt habe.

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