Nach den Angriffen auf zwei Moscheen in Neuseeland haben die Sicherheitsbehörden einiger Länder ihre Präsenz vor Moscheen verstärkt. - © picture alliance

Nach den Angriffen auf zwei Moscheen in Neuseeland haben die Sicherheitsbehörden einiger Länder ihre Präsenz vor Moscheen verstärkt.
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Terroranschlag Nach Neuseeland-Attacken: Sorge um Sicherheit in Europa

Nach den Angriffen in Neuseeland mit Dutzenden Toten wächst auch in Europa wieder die Furcht vor extremistischen Anschlägen

Christchurch (dpa/rtr). Nach den Angriffen auf zwei Moscheen in Neuseeland mit Dutzenden Toten wächst auch in Europa wieder die Furcht vor extremistischen Anschlägen. Frankreich und Großbritannien erhöhten am Freitag die Sicherheitsvorkehrungen rund um religiöse Einrichtungen.

Der französische Innenminister Christophe Castaner kündigte Kontrollen rund um religiöse Stätten an. Die britische Terror-Abwehr erklärte, es werde verstärkt Polizeistreifen im Umkreis von Moscheen geben. Die Überwachung aller Moscheen werde verstärkt, teilte der Antiterror-Koordinator von Scotland Yard, Neil Basu, mit. Zudem würden Polizisten zu allen Religionsgemeinschaften entsandt, um sie über weitere Maßnahmen zum Schutz ihrer Mitglieder und der Gebäude beraten. Basu rief die Bevölkerung auf, auf Anzeichen für eine Radikalisierung in ihrem Umfeld zu achten und sie zu melden.

In Berlin verwies das Innenministerium auf Nachfrage darauf, dass eine Erhöhung der Sicherheitsvorkehrungen Sache der Bundesländer sei. Bisher sei dem Ministerium dazu nichts bekannt. Bundeskanzlerin Angela Merkel sprach Neuseeland ihr Mitgefühl aus. "Wir stehen Seite an Seite gegen solchen Terror", ließ Merkel über Twitter mitteilen. Dort erklärte Außenminister Heiko Maas: "Wenn Menschen allein wegen ihrer Religion ermordet werden, ist das ein Angriff auf uns alle.

"Nicht nur die Täter, sondern auch Politiker und Medien sind verantwortlich"

Während Regierungen in Asien und dem Nahen Osten versuchten herauszufinden, ob unter den Opfern Landsleute sind, wurde auch Kritik an Politikern und Medien laut. So erklärte der türkische Außenminister Mevlüt Cavusoglu, der Anschlag sei das Ergebnis eines wachsenden Hasses auf Muslime. "Nicht nur die Täter, sondern auch Politiker und Medien, die die ohnehin schon eskalierte Islamophobie und den Hass im Westen schüren, sind genau so verantwortlich für diese abscheuliche Tat", schrieb der Minister auf Twitter.

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Warnung vor Verbreitung des Videos

Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) hat davor gewarnt, das im Netz kursierende Video vom Anschlag im neuseeländischen Christchurch zu verbreiten. "Solche Videos sind durchaus dazu geeignet, andere Menschen zu solchen Taten zu animieren", sagte der GdP-Bundesvorsitzende Oliver Malchow der Rheinischen Post.

"Das Risiko, dass es Nachahmer geben könnte, ist dadurch höher." Malchow warnte, niemand solle "Filmmaterial, das von solchen Attentaten im Netz kursiert, weiterverbreiten". Es enthalte Täterwissen, das für die Ermittlungsbehörden sehr wichtig sei. Dieses könne "Beschuldigten helfen, sich bezüglich verdächtigen Wissens mit Verweis auf Videos herauszureden".
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