Christoph Marthaler und Stefanie Carp - © Foto: Marcel Kusch
Die neue Ruhrtriennale-Intendantin Stefanie Carp (r) und ihr «Artiste associé» Christoph Marthaler in Essen. | © Foto: Marcel Kusch

Debatte Rückendeckung für Ruhrtriennale-Chefin

Bochum - Die in eine Antisemitismusdebatte verwickelte Intendantin der Ruhrtriennale, Stefanie Carp, bekommt Rückendeckung von Mitwirkenden des Kulturfestivals.

In einem offenen Brief an NRW-Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) kritisiert der Schweizer Musiktheater-Regisseur Christoph Marthaler die Absage des Politikers.

Marthaler und das Ensemble der Ruhrtriennale-Produktion «Universe, incomplete» baten darin um eine «respektvolle, die Umstände der Ereignisse korrekt einordnende Auseinandersetzung mit der entstandenen Problematik sowie gelebte Wertschätzung». Dazu gehöre, dass der Ministerpräsident persönlich komme und «nicht durch Verweigerung eine Symbolik betreibt, die alle kritische Auseinandersetzung verunmöglicht», schreibt Marthaler.

Carp werde durch die Antisemitismusvorwürfe zu Unrecht diskreditiert. «Wenn es eine, den unterstellten Tendenzen des Antisemitismus absolut entgegenstehende, dafür im wahrsten Sinne des Wortes kosmopolitisch agierende Persönlichkeit im Bereich des Theaters gibt, dann ist dies für mich Stefanie Carp», betont er in dem Schreiben.

Kurz vor Beginn der Ruhrtriennale in der vergangenen Woche hatte Laschet seine Teilnahme an dem Kulturfest abgesagt. Hintergrund ist der Streit um die Teilnahme der schottischen Band «Young Fathers». Sie steht der sogenannten BDS-Bewegung nahe, die für einen Boykott Israels eintritt. Carp hatte die Band erst eingeladen, dann ausgeladen und schließlich wieder eingeladen. Am Ende sagten die Musiker ihren Auftritt selbst ab. Das Kulturfestival in den alten Industrieanlagen des Ruhrgebiets dauert bis 23. September.

Links zum Thema
Offener Brief

Copyright © Neue Westfälische 2018
Copyright © dpa - Deutsche Presseagentur 2018
Texte und Fotos von nw.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.

Kommentare

Die Kommentarfunktion für diesen Artikel ist deaktiviert.

nw.de bietet Ihnen unter vielen Artikeln und Themen die Gelegenheit, Ihre Meinung abzugeben, mit anderen registrierten Nutzern zu diskutieren und sich zu streiten. nw.de ist jedoch kein Forum für Beleidigungen, Unterstellungen, Diskriminierungen und rassistische Bemerkungen. Deshalb schalten wir bei Artikeln über Prozesse, Straftaten, Demonstrationen von rechts- und linksradikalen Gruppen, Flüchtlinge usw. die Kommentarfunktion aus. Näheres dazu lesen Sie in unseren Nutzungsbedingungen für die Kommentarfunktion (Netiquette) und in dem Kommentar unseres Chefredakteurs Thomas Seim zur Meinungsfreiheit im Forum der NW.

realisiert durch evolver group