Mit Schüssen aus Schreckschusswaffen, "Burnouts" und Motorengeheul feierten mehrere Hochzeitsgesellschaften und sorgten damit für Polizeieinsätze - Symbolbild. - © picture alliance / dpa
Mit Schüssen aus Schreckschusswaffen, "Burnouts" und Motorengeheul feierten mehrere Hochzeitsgesellschaften und sorgten damit für Polizeieinsätze - Symbolbild. | © picture alliance / dpa

Siegen/Hamburg Schüsse und blockierte Autobahn: Hochzeitsgesellschaften sorgen für Chaos

Siegen/Hamburg/Lübeck. Teilnehmer von Hochzeitskorsos haben am Wochenende gleich in mehreren Bundesländern für Chaos und Schrecken gesorgt. Sie waren für Schüsse in die Luft, "Burnouts" der Autoreifen und die kurzzeitige Blockade einer Autobahn verantwortlich. In Siegen wurde der Polizei am Samstagnachmittag eine Schießerei am Bahnhof gemeldet. Zudem berichteten Zeugen von Fahrzeugen, die "Burnouts" - das absichtliche Durchdrehenlassen der Fahrzeugreifen bis zur Rauchentwicklung - vollführt und für unnötiges Aufheulen der Automotoren gesorgt hatten. Teilnehmer eines Hochzeitskorsos waren hierfür verantwortlich. Zeugen liefern Videos als Beweismittel In der Nähe des Siegener Hauptbahnhofes konnten die Beamten zunächst keine Teilnehmer des Autokorsos mehr feststellen. Bei Fahndungsmaßnahmen stoppte eine Streifenwagenbesatzung dann einen 23-jährigen Autofahrer. Dieser stand unter Drogeneinfluss und im Handschuhfach seines Fahrzeugs fand sich eine Schreckschusswaffe. Diese wurde sichergestellt und der Mann musste zur Entnahme einer Blutprobe mit zur nächsten Polizeiwache. Gegen ihn wurde Anzeige wegen Verstoßes gegen das Waffengesetz erstattet. Zudem ermittelt die Polizei Siegen hinsichtlich Verstößen gegen Bestimmungen der Straßenverkehrsordnung und des Waffengesetzes gegen weitere Teilnehmer des Feierkorsos. Die Beweislage dazu stammt aus Zeugenaussagen und deren Videoaufnahmen der Aktionen. Schüsse und Autobahnblockade in Lübeck In Lübeck sorgte eine Hochzeitsgesellschaft mit ihrem Jubelkorso für Chaos auf der Autobahn 226. Mit Schüssen aus geöffneten Fahrzeugfenstern, riskanten Fahrmanövern und einer kurzzeitigen Blockade durch ein auf der Fahrbahn quergestelltes Fahrzeug, sorgten Teilnehmer mit 26 Fahrzeugen für einen Polizei-Großeinsatz. Nach der Alarmierung zog eine zufällig in der Nähe befindliche Einsatzhunderschaft den Feierkorso aus dem Verkehr. Die Beamten, kurz zuvor noch bei einer Demonstration im Einsatz, stellten bei der Hochzeitsgesellschaft sechs Schusswaffen sicher. Gegen einen 21-Jährigen wird wegen Gefährdung des Straßenverkehrs ermittelt. Er hatte sein Fahrzeug quer in die Fahrbahn der Autobahn gestellt und so den Verkehr aufgehalten. Die Lübecker Nachrichten haben einen Videomitschnitt der Schüsse auf der Autobahn online gestellt: Hochmotorisierter Sportwagen-Korso in Hamburg Bereits Freitagabend war in Hamburg-Billstedt eine Hochzeitsgesellschaft mit mehreren Fahrzeugen wegen Lärmbelästigung und Gefährdung des Straßenverkehrs gestoppt worden. Zu der Kolonne mit mehr als 15 Fahrzeugen gehörten auch Edel-Sportwagen der Marken Ferrari und Lamborghini. Auch aus diesem Korso heraus sollen "Schreckschüsse" abgegeben worden sein. Mehrere Streifenwagenbesatzungen und die Kontrollgruppe „Autoposer" hielten diese feiernde Kolone an. Bei der Überprüfung der Fahrzeuge fielen zwei Karossen wegen unzulässiger technischer Veränderungen auf und wurden durch die Beamten sichergestellt.

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