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Hat ein Faible für herbstliche Baumfrüchte: Pomologin Lissy Mihaly kann zwischen etlichen Apfelsorten unterscheiden. - © Dietmar Gröbing
Hat ein Faible für herbstliche Baumfrüchte: Pomologin Lissy Mihaly kann zwischen etlichen Apfelsorten unterscheiden. | © Dietmar Gröbing

Salzkotten So war der Samstag auf dem Apfelfest in Salzkotten

Die Scharmeder Feierlichkeit dauert bis zum Sonntag an

Dietmar Gröbing
20.10.2019 | Stand 22.10.2019, 10:47 Uhr |

Salzkotten-Scharmede. Sie heißen Gülderling, Topaz, Seidenhemdchen oder Kaiser Wilhelm. Die Rede ist von Apfelsorten, die allesamt im (ost)westfälischen Raum zuhause sind. Die rot-grüne Baumfrucht steht im (indirekten) Zentrum des Apfelfestes auf dem Biohof Vauß in Scharmede. Die zweitägige Veranstaltung findet aktuell zum sechsten Mal statt und dauert an bis zum heutigen Sonntag, 20. Oktober. Geladen sind Kinder, Eltern und Großeltern, denn alle Generationen fühlen sich wohl auf dem Hofgelände am Cerisy-Platz 2. Einerseits wegen der anwesenden Tiere, andererseits wegen der offerierten Waren. Die zeigen sich unter anderem auf den Apfel abgestellt, erweist man der Herbstfrucht doch eine publikumsträchtige Hommage. Folglich taucht der Apfel in vielerlei Erscheinungsformen auf. Mal wird er von den bereitgestellten Saftpressen zur trinkbaren Flüssigkeit verarbeitet, mal bekommt er eine Kuchenform verpasst, mal wird er in Reinform verspeist. Freilich, nachdem zuvor sein Name und seine Herkunft von fachmännischem, sprich pomologischen Personal bestimmt wird. Nicht nur Kunsthandwerk Lissy Mihaly ist eine solche Pomologin. Die Fachfrau aus Nordhessen berät Annemarie Hussein in Sachen Sortenfindung. Zwar glaubt Hussein Äpfel der Marke Jakob Lebel in ihrem Paderborner Garten zu haben, doch Mihaly tendiert in eine andere Richtung. Da Lebel eher auf Streuobstwiesen im Münsterland zu finden ist, tippt Lissy Mihaly auf einen „modernen Tafelapfel". Weniger Meter entfernt gibt es nicht nur Kunsthandwerk zu bestaunen, sondern auch historische Fahrzeuge aus der Trecker- und Schleppersektion. Wer beim anschließenden Streicheln der Hoftiere ein Hungergefühl entwickelt, kann Stockbrot ins entzündete Lagerfeuer halten und anschließend verspeisen. Wobei das Brot ökologischer Herkunft ist, die sich kongenial mit dem rundherum stattfindenden Landbau ergänzt. Auf den Weg gebracht wird er von Hofbetreiber Marius Pötting, der bei seinen stark frequentierten Führungen auf die Nachteile konventioneller Landwirtschaft hinweist. Gleichzeitig ist Pötting um Nachhaltigkeit bemüht, möchte ebenso wie seine Mitstreiter „Dinge zu Ende denken". Folglich ist man um „sinnvolle Verwertungsketten und ökologische Effekte" bemüht. Fest wird jedes Jahr etwas größer „Das Fest wird jedes Jahr ein bisschen größer, ist aber nicht überlaufen", bestätigt Veronika Bitzan den sanften Wachstumscharakter und die „entspannte Atmosphäre" der Zusammenkunft. Auch sie und ihre Tochter Sophie Bitzan sind mit ihrem Verkaufsstand für Riesen Feuerwaffeln Jahr für Jahr gewachsen und daher „mit dem Fest expandiert". Gleiches gilt für die aus Scharmede stammende Gabriele Wentker. Neben der Spinnradbedienung beherrscht Wentker zusätzlich die Kunst der Handpuppenfertigung. Ihre Puppen besetzen einen von mehr als 70 Marktständen. Für Gabriele Wentker ist das Apfelfest daher „sehr vielseitig".

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