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Umjubelt: Das Konzert der Höhner, hier mit Henning Krautmacher (r.) und Jens Streifling, in Scharmede zum 100-jährigen Bestehen des SC Concordia. - © Jens Reddeker
Umjubelt: Das Konzert der Höhner, hier mit Henning Krautmacher (r.) und Jens Streifling, in Scharmede zum 100-jährigen Bestehen des SC Concordia. | © Jens Reddeker

Salzkotten Die Höhner halten in Scharmede die Welt an

Konzert: 2.000 Menschen feiern mit dem SC Concordia zum 100. Geburtstag eine rheinisch-westfälische Sommerparty. Die Band überrascht das begeisterte Publikum

Jens Reddeker
30.06.2019 | Stand 30.06.2019, 13:29 Uhr |

Salzkotten-Scharmede. Als Thea Reiling und Gisela Nübel aus Tudorf am Samstagabend vom alten Scharmeder Sportplatz trotten, sind sie wie beseelt. "Es hätte noch 'ne Stunde so weiter gehen können", sagen die beiden Frauen und strahlen. So glücklich gemacht wurden sie und 2.000 weitere Menschen von den Kölsch-Rockern der Höhner - und von allen Helfern des Sportvereins SC Concordia Scharmede. Gemeinsam hatten sie ein unvergessliches Konzert auf die Beine gestellt. Der SCC feiert derzeit sein 100-jähriges Bestehen - und hat sich selbst dafür eine Menge Arbeit beschert. "Ein Jahr haben wir uns auf diesen Tag vorbereitet", sagt Detlef Bentler, Vereinsvorsitzender und Orga-Chef des Konzerts, ein paar Minuten bevor die Höhner um Frontmann Henning Krautmacher die Bühne betreten. Im NW-Gespräch steht Bentler noch voll unter Strom: Einlass, Sicherheit, Catering, Technik - alles muss laufen. "Und als Vorsitzender bist Du ja irgendwie für alles verantwortlich." Am Ende geht es auf - und wie. Schon der Auftakt mit der örtlichen Tanzband Chicago als Vorgruppe sitzt, und das entspannte Sommerwetter mit 25 Grad um 20.30 Uhr gibt es als Bonus für die fleißigen Scharmeder noch obendrauf. Bei Bentler und seiner Crew - rund 30 Ehrenamtliche hatten seit Montag jeden Abend mit angepackt, viele Mitglieder und Vereine halfen am Abend - fiel die Anspannung dann spätestens bei "Echte Fründe" ab. Zum Mega-Hit der Höhner lag sich das Team in den Armen und genoss den Anblick der Feier-Gemeinde, die kölschen Klönge und einen lauen Sommerabend aus dem Bilderbuch. Scharmede wird in Köln eingemeindet Der sichtlich entspannte und immer wieder herumjuxende Höhner-Chef Krautmacher hatte Scharmede schnell für die Band gewonnen. Die eingängigen Songs ("Die Karawane zieht weiter", "Blootwoosch, Kölsch un e lecker Mädche", "Nemm mich su wie ich ben") sangen auch Westfalen mit, als hätten sie das Kölsche als erste Fremdsprache schon in der Grundschule gelernt. Krautmacher bedankte sich mit Vorwissen über den Auftrittsort: so wurde die Heder auch mal unter lautem Jubel anstelle des Rheins in den Text eingebaut und er erklärte den Ort kurzerhand zum 87. Stadtteil Kölns. Genießend am Rande der Bühne nahm ein Mann das Geschehen wahr, ohne dessen Zutun die Höhner wohl nicht den Sportplatz zum Fliegen gebracht hätten: der Weweraner Unternehmer Jürgen Assmann war jahrelang Lichtdesigner für die Kölsch-Rocker von BAP, arbeitete auch für die Höhner und brauchte nur einen Anruf. "Sie haben sofort gesagt 'Wir machen das'", erinnert sich Assmann an die Kontaktaufnahme vor etwas mehr als einem Jahr. Er wusste schon damals: die Höhner und Scharmede - das passt. Den Beweis gab es bei Liedern wie der Zugabe "Viva Colonia", das alle aus vollster Kehle mitsingen und schon zuvor beim 2018er Hit, der auch als Motto des Abends hätte durchgehen können: "Komm, wir halten die Welt an". Nach zwei Stunden Konzert ist klar: die Entscheidung des SCC für ein 100-Jähriges in großer Runde war goldrichtig. Der Abend geht zu Ende mit glücklichen Besuchern, euphorischen Organisatoren und einer tiefenentspannten Band, die direkt nach dem Konzert noch Selfie- und Autogrammwünsche bis zum Abwinken erfüllt. Anschließend geht's für die Musiker im Kleinbus zurück in die Heimat und in Scharmede schwelgen sie noch lange in Erinnerungen an eine rheinisch-westfälische Sommerparty der Extraklasse.

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