Festmarsch: Rund 800 Feuerwehrleute und Nachwuchskräfte ziehen über den Lohweg im Stadtteil Niederntudorf. - © Ralph Meyer
Festmarsch: Rund 800 Feuerwehrleute und Nachwuchskräfte ziehen über den Lohweg im Stadtteil Niederntudorf. | © Ralph Meyer

Salzkotten Hohe Einsatzbelastung bringt Freiwillige Feuerwehren an die Grenze

800 Feuerwehrleute gratulieren beim Verbandstag in der Kleeberghalle dem Löschzug Niederntudorf zum 190. Geburtstag

Ralph Meyer
13.05.2019 | Stand 13.05.2019, 12:01 Uhr

Salzkotten-Niederntudorf. Zum 190. Geburtstag des Löschzugs Niederntudorf gratulierten am Samstag rund 800 Feuerwehrleute aus dem gesamten Kreis Paderborn. Nach der Delegiertenversammlung des Verbandes der Feuerwehren (VdF) im Kreis Paderborn in der Kleeberghalle marschierten Einsatzkräfte, Jugendfeuerwehr und Feuerwehrmusiker durch die Straßen des Salzkottener Stadtteils und legten am Ehrenmal auf dem Friedhof zu den Klängen des Zapfenstreichs einen Kranz nieder. Vor den rund 200 Delegierten erklärte Verbandsgeschäftsführer Hubert Halsband, dass sich die Mitgliederzahlen (2619 Aktive und 519 Mitglieder in der Jugendfeuerwehr) im vergangenen Jahr im Vergleich zu den Vorjahren nahezu konstant geblieben sind. Allerdings hätten sich die Einsatzzahlen innerhalb weniger Jahre nahezu verdoppelt. Das hat zur Folge, dass der VdF seine Werbekampagne zur Nachwuchsgewinnung auch in diesem Jahr fortsetzen wird. Großeinsätze sorgen für hohe Belastung Kreisbrandmeister Elmar Keuter erinnerte an verschiedene Großeinsätze des vergangenen Jahres wie das Sturmtief Friederike und die Entschärfung der Luftmine in Paderborn und erklärte, dass solche Einsätze ohne „die beeindruckende gegenseitige kommunale Hilfe und die Landeskonzepte" nicht machbar seien. Mit Blick auf 51 verletzte Feuerwehrleute im vergangenen Jahr appellierte Keuter, auch weiterhin für eine exzellente Einsatzvorbereitung, Aus- und Fortbildung zu sorgen. Die Feuerwehren forderte er auf, die Möglichkeiten der Unterstützungsabteilungen zu nutzen, um die Einsatzabteilungen zu entlasten. Keuter informierte die Delegierten auch über die neuesten Entwicklungen bei den Einheiten zur Abwehr von ABC-Gefahren und der Neuausrichtung der Einheiten für Information und Kommunikation. Im Rahmen der Ausbildung werden 836 Teilnehmer 42 Lehrgänge im Kreisgebiet besuchen. Weiterhin nehmen 1.500 Teilnehmer an vorgeschriebenen Fortbildungen teil. Zur Vorbeugung Kraftstoffreserven anlegen Beim Digitalfunk sieht der Kreisbrandmeister noch Nachbesserungsbedarf, außerdem werden Krisenstab und Einsatzleitung in die Satellitentelefonie einsteigen. Ebenso sollen Multicopter mit Livebildern aus der Luft die Lagebeurteilung bei ausgedehnten Einsätzen erleichtern. Bei der Bekämpfung großer Wald- und Vegetationsbränden im Land stehen ab 2020 auch drei Hubschrauber der Landespolizei Verfügung. Mit Ausblick auf einen möglichen heißen und trockenen Sommer erinnerte Keuter daran, dass einige Kommunen bereits im vergangenen Jahr Löschwasserprobleme hatten. Auch sollten die einzelnen Feuerwehren Kraftstoffreserven anlegen. Landrat Manfred Müller nannte den Verbandstag eine „Demonstration der Einigkeit, der Freiwilligkeit, der Ehrenamtlichkeit, des Einsatzwillens, der Kompetenz und der Bereitschaft zum jederzeitigen Einsatz". Müller zeigte sich auch zuversichtlich, dass die Feuerwehren auch bei einem möglichen Ausbruch der Afrikanischen Schweinepest im Kreis Paderborn wieder am Zuge wären. Mit dem Deutschen Feuerwehr-Ehrenkreuz in Gold wurde Lothar Mühlbrandt (Delbrück) ausgezeichnet. Ehrenkreuze in Silber gingen am Hans-Werner Münster (Büren), Manfred Schäfers (Lichtenau) und Robert Siemensmeyer (Paderborn). Feuerwehr-Ehrenkreuze in Bronze erhielten Hermann Nolte (Delbrück), Wilhelm Westermann (Paderborn), Markus Schwarze (Büren) und Andreas Dietz (Borchen). Mit der Ehrennadel des Verbandes Feuerwehren im Kreis Paderborn wurde Jörg Brunnert (Delbrück) ausgezeichnet.

realisiert durch evolver group