Marktstraße: Wo heute Bauzäune stehen, soll demnächst der Haupteingang der Sälzer Bibliothek sein. Leiterin Maria Breuer freut sich auf das Stadthaus. - © Jens Reddeker
Marktstraße: Wo heute Bauzäune stehen, soll demnächst der Haupteingang der Sälzer Bibliothek sein. Leiterin Maria Breuer freut sich auf das Stadthaus. | © Jens Reddeker

Salzkotten Salzkottener Stadtbibliothek verdreifacht die Öffnungszeiten

Lese-Paradies von morgens bis abends

Jens Reddeker

Salzkotten. Wo jetzt noch Zäune stehen, herrscht demnächst die beinahe totale Freiheit. Im zukünftigen Salzkottener Stadthaus zwischen Marktstraße und Lange Straße wird die Stadtbibliothek ab 2019 an sechs Tagen in der Woche von morgens bis abends geöffnet sein - per Zugang mit Chipkarte. Die Zeiten der eingeschränkten Büchereinutzung wären weitgehend passé. In der Sitzung des Sälzer Jugend-, Kultur und Sportausschusses hat Bibliotheksleiterin Maria Breuer am Mittwochabend das innovative Konzept der Open Library (engl. "offene Bibliothek") vorgestellt. Gegen das Nein-Votum von FDP-Fraktionschef Christoph Sonntag stimmte der Ausschuss dem Projekt zu. 20 Stunden ist die Bücherei am derzeitigen Standort an der Paderborner Straße 2 geöffnet, ab dem Umzug im Dezember 2019 sollen 40 Stunden dazukommen, in denen kein Personal anwesend sein muss. Die Umstellung auf einen Chipkartenzugang ist nur für die Bibliothekshauptstelle in Salzkotten vorgesehen Zunächst ist geplant, montags bis samstags von 10 bis 20 Uhr den Zugang zur 270 Quadratmeter großen Fläche zu ermöglichen. Kinder dürfen dann jedoch nicht alleine die Stadtbibliothek betreten. Möglich wird der unbewachte Zugang dank RFID-Technik (engl. "radio-frequency identification"), die kontaktlose Ausleihen und Rückgaben an zwei Stellen im Bibliotheksraum ermöglicht. Dafür müssen alle knapp 19.000 stationären Medien wie Bücher und CDs mit neuen RFID-Aufklebern - wie in der Paderborner Stadtbibliothek - versehen werden. Diese Technik für die Selbstausleihe steht Kunden auch zur Verfügung, wenn Personal anwesend ist. "Dadurch sparen wir Zeit am Schalter ein und können mehr beraten", erläuterte Bibliotheksleiterin Maria Breuer im Ausschuss. Sorgen vor Vandalismus in den Bibliotheksräumen haben weder Breuer noch die Stadtverwaltung. Der Zugang wird digital per Chipkarte kontrolliert und sobald kein Personal mehr vor Ort ist, wird der Raum per Videokamera überwacht. Erfahrungsaustausche und Informationsbesuche in anderen Büchereien (siehe Info-Kasten) haben die Entscheider darin bestärkt, die Chance des Neubaus zu nutzen und die Voraussetzungen für die moderne Technik zu schaffen. Als erste Kostenschätzung präsentierte Maria Breuer den Ausschussmitgliedern einen Betrag von 95.000 Euro für Investitionen in die Technik wie RFID, Einlasskontrolle, Videoüberwachung und Software. Davon würden laut Breuer 60 Prozent von Fördermitteln abgedeckt, so dass die Stadt noch 38.000 Euro in die Hand nehmen müsste. Die jährlichen Kosten, unter anderem für Wartung und Wachschutz, wurden mit 30.000 Euro angegeben. FDP-Mann Sonntag mahnte, die Kosten kritisch im Blick zu behalten. Ludwig Bewermeier, Allgemeiner Vertreter des Bürgermeisters, gab zu verstehen, dass die Aufträge ausgeschrieben würden, sich die Schätzpreise aber im "realistischen Bereich" befinden. Die Umstellung auf einen Chipkartenzugang ist nur für die Bibliothekshauptstelle in Salzkotten vorgesehen, die Nebenstellen in Niederntudorf und Verlar werden weiter nur von Personal geöffnet.

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