In der Stadthalle: Bürgermeister Ulrich Berger begrüßte rund 300 an der Salzkottener Umgehungsstraße Interessierte. - © Helmut Steines
In der Stadthalle: Bürgermeister Ulrich Berger begrüßte rund 300 an der Salzkottener Umgehungsstraße Interessierte. | © Helmut Steines

Salzkotten Informationsabend rund um die Salzkottener Umgehungsstraße

Erst rund die Hälfte der benötigten Flächen ist gesichert. Welche Trasse den Vorzug bekommt und wie hoch die Kosten geschätzt werden

Helmut Steines

Salzkotten. Die Ortsumgehung der Bundesstraße 1 in Salzkotten ist weiterhin im vordringlichen Bedarf des Bundesverkehrsministeriums und steht bei den Verkehrsprojekten im Regierungsbezirk Detmold an zweiter Stelle. Um aber loslegen zu können, sind noch viele Hindernisse aus dem Weg zu räumen. Da ist zunächst die östliche Trassenführung. Wegen des dort gelegenen Vogelschutzgebietes "Hellweg Börde" muss sie geändert werden. Vor allem aber war jetzt am Infoabend in der Sälzerhalle die Meinung der Bürger gefragt. Deren Anregungen und Vorbehalte nämlich sollen mit in die Überlegungen zur Gesamtplanung einfließen. Dazu konnte Bürgermeister Ulrich Berger in der Stadthalle rund 300 Interessierte begrüßen. Projektleiterin Jelena Delic vom Landesbetrieb Straßenbau NRW stellte zunächst den konzeptionell erarbeiteten westlichen Bereich vor, der in der Planungsphase nahezu ausgereift sei. Vom Knotenpunkt Thüler Straße an bis zum Bauende in Richtung Paderborn stellte sie vier neue Varianten mit dem Ziel vor, das Vogelschutzgebiet nicht weiter einzuengen. 20.000 Fahrzeuge pro Tag Sie hob auch noch einmal hervor, dass der Bund die Umgehung mit dem Ziel verwirklichen will, um den Verkehr, der in Spitzenzeiten bei rund 20.000 Fahrzeugen pro Tag liege, schnell durch die Sälzerstadt zu bewegen. In der Diskussion wurde auch mehrfach von einer südlichen Umgehung gesprochen. Das war aber letztlich kein Thema, weil schon allein dann der starke Verkehr aus Richtung Lippstadt über die Verner Straße sowie aus Delbrück über die Thüler Straße auch weiterhin durch die Stadt führen würde. Zudem war herauszuhören, dass solch eine Trasse länger, komplizierter und kein Thema mehr sei. Die Frage nach landwirtschaftlichen Ausgleichsflächen wurde nicht zufriedenstellend beantwortet und es zeichnen sich Einsprüche ab. Zudem sind erst rund die Hälfte der benötigten Flächen gesichert. Letztlich aber konnte der für den Bund planende Landesbetrieb Straßenbau NRW einige Anregungen und Vorschläge mit auf den Weg nehmen. Die 6,2 Kilometer lange Trasse hat sieben Kreuzungsbauwerke, davon zwei mit der Bahnstrecke Paderborn-Soest. Die Kosten werden bei einer Bauzeit von vier bis fünf Jahren auf 25,7 Millionen Euro geschätzt. Kommentar eines Besuchers mittleren Alters: "Ob ich es wohl noch erlebe, mieffrei entlang der B1 in Salzkotten spazieren zu können?" Wie sagte der Bürgermeister so schön bei der Begrüßung: "Seit fast sechzig Jahren ist eine Umgehung im Gespräch, viele Pläne wurden aufgestellt und wieder verworfen".

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