Tino Kales aus Salzkotten schreibt als  "Herr Mama" über seinen Alltag mit Sohn Leon. - © Viktoria Bartsch
Tino Kales aus Salzkotten schreibt als  "Herr Mama" über seinen Alltag mit Sohn Leon. | © Viktoria Bartsch

Salzkotten "Herr Mama" schreibt über den Alltag als getrennterziehender Vater

Mittlerweile hat Tino Kales aus Salzkotten bei Instagram mehr als 11.000 Follower. Auch auf dem Blog "Herr Mama" lässt er in seinen Alltag mit Sohn Leon blicken

Viktoria Bartsch

Salzkotten. "Väter können sich um ihre Kinder kümmern und nicht nur arbeiten gehen", sagt Tino Kales. Auch dann noch, wenn die Beziehung zwischen Vater und Mutter in die Brüche gegangen ist. Genau darüber schreibt der 30-Jährige. Unter dem Namen "Herr Mama" erzählt er auf seinem Blog und auf Instagram über seinen Alltag als getrennterziehender Vater eines zweijährigen Sohnes. "Alleinerziehend sage ich ganz bewusst nicht, denn die Mutter von Leon spielt in seinem Leben nach wie vor eine Rolle und ist an der Erziehung beteiligt." Sohn Leon ist zwei Jahre alt und wächst bei seinem Vater in Salzkotten auf. Tino Kales und Leons Mutter haben sich 2015 getrennt, da war Leon knapp ein Dreivierteljahr alt. "Er kam dann direkt zu mir und ich musste mich erst einmal komplett neu sortieren", erzählt Kales. Und: "Das war für mich eine sehr emotionale Zeit." Hitzefrei für Baba? Pffffttt!!! Ein Beitrag geteilt von Tino Kales (@herrmama) am 27. Mai 2017 um 10:06 Uhr Das Schreiben habe ihm dabei geholfen, sich in seiner neuen Lebenssituation zurechtzufinden. Eis essen gehen, auf dem Spielplatz toben, abends den Kleinen ins Bett bringen - Kales schreibt über den "alltäglichen Wahnsinn" mit Kind. Mittlerweile verfolgen mehr als 11.000 Instagram-Nutzer seinen Kanal. Während auf Instagram Kales eher kürzere Post gespickt mit Fotos veröffentlicht, schreibt er auf seinem Blog, der ebenfalls "Herr Mama" heißt, auch ausführlichere Geschichten aus seinem Leben mit Leon. Warum genau der Name "Herr Mama"? "Der Begriff existiert schon länger im Netz und ich habe gedacht, der bringt meine Rolle ganz gut auf den Punkt. Denn auch wenn Leons Mutter immer noch eine Rolle in unserem Leben spielt, bin ich im Alltag für ihn oft Mutter und Vater zu gleich", sagt Kales. Man war der Einkauf anstrengend #schlechtelaune braut sich im Magen auf.. Dann sei ihm ein Frikadellenbrötchen gegönnt! #schmatzendegeräuschkulisse und ein #glücklicheskind' Ein Beitrag geteilt von Tino Kales (@herrmama) am 13. Mai 2017 um 10:32 Uhr Er und seine Ex-Frau haben ein gutes Verhältnis miteinander. "Wir sind immer noch eine Familie. Wir leben das zwar nicht mehr als Paar, aber als Eltern", erzählt der Salzkottener. Sein Fokus liege dabei immer auf dem Kindeswohl. Das mache er auch deutlich, wenn er Anfragen von anderen Getrenntlebenden bekomme, die ihn zum Beispiel nach Regelungen des Unterhalts oder Umgangsrecht fragen. Oft habe er aber auch erlebt, dass Kinder als Druckmittel missbraucht werden. "So etwas kann ich nicht verstehen. Es ist nicht mein oder dein Kind, sondern unser Kind." Obendrein bedeute eine angespannte Situation zwischen den Elternteilen auch immer Stress für das Kind. "Und das vergessen viele", sagt Kales.

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