Burgherr: Erhard Christiani (r.) mit Marianne Witt-Stuhr (Heimatverein) und dem früheren Salzkottener Bürgermeister Michael Dreier. - © Helmut Steines
Burgherr: Erhard Christiani (r.) mit Marianne Witt-Stuhr (Heimatverein) und dem früheren Salzkottener Bürgermeister Michael Dreier. | © Helmut Steines

Salzkotten Erhard Christiani, Burgherr der Dreckburg, ist tot

Ralph Meyer

Salzkotten. Im Alter von 79 Jahren ist Erhard Christiani am Wochenende nach längerer Krankheit an den Folgen eines Schlaganfalls gestorben. Der Burgherr der Dreckburg, in der er seit 2004 lebte, studierte an der Hochschule für bildende Künste in Kassel Malerei, Bildhauerei und anschließend Architektur. Er war Assistent und Mitarbeiter von Arnold Bode, dem Gründer der Documenta.  Freischaffender Künstler Lange arbeitete er ausschließlich als freischaffender Künstler. Für das Goethe-Institut war er einige Jahre auf Vortragsreisen, zudem im In- und Ausland als Lehrbeauftragter für Kunsttheorie tätig. Als Architekt und Designer gestaltete er bedeutende Museen und große Ausstellungen. Mit Christiani kehrte das Leben zurück in die Salzkottener Dreckburg, denn er befreite das historische Gemäuer aus dem Dornröschenschlaf. Große Open-Air-Konzerte und Filmnächte locken seit 2008, als die Dreckburg 650-jähriges Bestehens feierte, Jahr für Jahr prominente Künstler vieler Genres und Tausende Zuschauer an den Salzkottener Stadtrand. Als Kind lebte Christiani in Paderborn in der Nähe des Domes. Bei einer Radtour mit seinem Vater kamen die Beiden Dreckburg vorbei. Das ganze Ambiente machte einen starken Eindruck auf ihn und er sagte spontan zu seinem Vater: „Wenn ich groß bin, kaufe ich die Burg". Ein Traum, der Wirklichkeit wurde.  Zukunftsmusik Nicht alle Wünsche und Vorstellungen Erhard Christianis sind in Erfüllung gegangen. Café und Restaurant im Stall, auch Winkelscheune genannt, und und der Ausbau der zweiten große Scheune zu einem Saal mit Bühnentechnik sind noch Zukunftsmusik. Salzkottens Bürgermeister Ulrich Berger zeigte sich bestürzt über den Tod Christianis. Er habe sich nicht nur durch die Sanierung der Dreckburg um die Sälzerstadt verdient gemacht. Die Beisetzung wird am Samstag, 25. März, auf dem Paderborner Ostfriedhof erfolgen.

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