Für die Pflege der Städtepartnerschaft geehrt: (v. l.) Monique und Francis Levavasseur aus der französischen Partnerstadt, Rudolf Weinstock, Vorsitzender des Partnerschaftskomitees Scharmede - Cerisy-le-Forêt, Salzkottens Bürgermeister Ulrich Berger, Lothar Spranke und Annette Stracke bei der Verleihung des Kulturpreises der Stadt Salzkotten. - © Marco Schreiber
Für die Pflege der Städtepartnerschaft geehrt: (v. l.) Monique und Francis Levavasseur aus der französischen Partnerstadt, Rudolf Weinstock, Vorsitzender des Partnerschaftskomitees Scharmede - Cerisy-le-Forêt, Salzkottens Bürgermeister Ulrich Berger, Lothar Spranke und Annette Stracke bei der Verleihung des Kulturpreises der Stadt Salzkotten. | © Marco Schreiber

Salzkotten Partnerschaftskomitee Scharmede - Cerisy-la-Forêt geehrt

Partner aus dem Herzen heraus

Salzkotten. Sechs Partnerstädte hat die Stadt Salzkotten, sechs ehrenamtliche Komitees halten die Verbindungen lebendig. "Aus dem Herzen heraus" pflegen sie den Kontakt zu Menschen aus fremden Ländern, sagt Salzkottens Bürgermeister Ulrich Berger. Gemeinsam mit Annette Stracke, Präsidentin des Partnerschaftskomitees Belleville-Salzkotten, und dem Vorsitzenden des Jugend-, Kultur- und Sportausschusses, Lothar Spranke, überreichte er am Samstag dem Partnerschaftskomitee Scharmede-Cerisy-la-Forêt den Kulturpreis der Stadt Salzkotten. Seit mehr als 40 Jahren werden gegenseitige Besuche organisiert; es ist die älteste Städtepartnerschaft der Sälzerstadt und war die erste im Altkreis Büren. Lothar Spranke verwies auf den Élysée-Vertrag, das Abkommen zur Deutsch-Französischen Freundschaft von 1963, als einen Anstoß für die Partnerschaft. Der Vertrag sollte mit Leben gefüllt werden, sagte Spranke. Zentraler Schlüssel sei die Einbindung der Jugend, was den Scharmedern und ihrer französischen Partnergemeinde schon seit Jahren gelinge. In ihrer Laudatio bezeichnete Annette Stracke die Partner als Botschafter einer Idee, die durch die große Politik auf den Weg gebracht wurde. Aus Feinden, die sich jahrzehntelang bekriegten, sollten Freunde werden. Auf französischer Seite sah sich Julien Flaux ermutigt, aus seinen Kontakte nach Deutschland festere Beziehungen zu knüpfen. Als Kriegsgefangener lebte Flaux von 1940 bis 1945 bei Familie Wilper im Salzkottener Ortsteil Verne. Nach Kriegsende hielt er Kontakt und bemühte sich um schließlich mit Heinrich Wilper um eine Städtepartnerschaft. Nach Wilpers Tod übernahm der Scharmeder Pastor Ewald Epke die Initiative, reiste mit Jugendgruppen in die Normandie und intensivierte seine Bemühungen, "dem Scharmeder Gemeinderat die Partnerschaft schmackhaft zu machen", so Stracke. 1973 wurde sie besiegelt, zwei Jahre später gründete sich das Scharmeder Partnerschaftskomitee. Im gleichen Jahr wurde Scharmede nach Salzkotten eingemeindet. Damals keine Selbstverständlichkeit, hatte doch "die deutsche Besatzung viele Wunden geschlagen". Bis heute seien die gegenseitigen Besuche vom Wachhalten der Erinnerung geprägt. Sie seien auch heute nicht selbstverständlich. Menschen müssten immer wieder überzeugt werden, aufeinander zu zu gehen und als Gastgeber Haus und Herz zu öffnen. Wie gelinge die Verständigung? "Auf fast alle Fragen hat das Komitee um den Vorsitzenden Rudolf Weinstock eine Antwort", so Stracke. Er und seine Mitstreiter hätten gezeigt, dass man sich annähern müsse, um etwas Neues und Wertvolles zu entdecken.

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