Ein Stück Kütfelsen als Geschenk: (v. l.) Bürgermeister Ulrich Berger, Architektin Cornelia Lange, Heinrich und Heidemarie Müller und Fachbereichsleiter Stadtentwicklung Ludwig Bewermeier. - © Helmut Steines
Ein Stück Kütfelsen als Geschenk: (v. l.) Bürgermeister Ulrich Berger, Architektin Cornelia Lange, Heinrich und Heidemarie Müller und Fachbereichsleiter Stadtentwicklung Ludwig Bewermeier. | © Helmut Steines

Salzkotten Salinator-Penning-Haus: Geschichte wird fortgeschrieben

Zum Jahresende sollen die ersten Bewohner ins älteste Haus der Stadt einziehen

Helmut Steines

Salzkotten. Als vor Jahren bei der großen Unterschutzstellungswelle das Salinator-Penning-Haus im Schatten der Salzkottener Pfarrkirche St.-Johannes-Baptist durch die Maschen des Denkmalschutzes rutschte, schien das Ende des einst stattlichen Gebäudes gekommen zu sein. Der damalige Eigentümer verkaufte das Haus, die Pläne für einen Neubau waren eingereicht und der zuständige Ausschuss des Rates der Stadt hatte bereits den Abriss beschlossen. Dann tauchten Bedenken auf, und als man feststellte, dass es sich um das älteste Gebäude der Stadt handelte, wurden alle Planungen auf Eis gelegt und das Haus unter Denkmalschutz gestellt. Dann aber begannen die Sorgen für die Sälzerstadt. Mehrfach wurden Konzepte vorgestellt und ebenso verworfen, als Investoren absprangen. Dann wurde endlich im vergangenen Jahr ein neuer Investor gefunden. Bürgermeister Ulrich Berger war sich mit dem Unternehmerehepaar Heidemarie und Heinrich Müller einig geworden. Sie kauften das Haus, und dessen Erhalt wurde schnell zu ihrer Herzensangelegenheit. Heinrich Müller, der seinen Betrieb aus kleinsten Anfängen zu einem Weltunternehmen entwickelte und ihn in jüngere Hände legte, stellte schnell die Weichen für den Erhalt und die Renovierung - oft auch direkt vor Ort. In Zusammenarbeit mit der Stadt, dem Denkmalamt und der Architektin Cornelia Lange, die sich bereits seit 2007 mit dem historischen Gemäuer beschäftigte, wurden die Planungen zügig umgesetzt, so dass jetzt bereits das Rohbaufest gefeiert werden konnte. Beim Rundgang wurde sichtbar, dass mit großmöglichem Erhalt des denkmalrelevanten Bestandes saniert wurde. Der Dachstuhl wurde teilweise erneuert und das Dach neu eingedeckt. Auch das Fachwerkgerippe wurde gründlich saniert und an manchen Stellen "aufgeschuht". Das Haus fängt bereits wieder an zu leben. 600 Quadratmeter Wohnfläche verteilen sich auf vier Wohnungen je 100 Quadratmeter sowie auf das Dachgeschoss, wobei jede Wohnung eine Terrasse oder einen Freisitz bekommt, informierte die Architektin. Sie ergänzte, dass die Erschließung barrierefrei über ein angeschlossenes Treppenhaus mit Aufzug erfolgt. Die Arbeiten erfolgen denkmalgerecht in historischen Techniken mit Lehm und Kalk. Heinrich Müller bemerkte: "Es wird hier von Tag zu Tag schöner, Ende des Jahres kann man hier jung einziehen und alt werden". Nach der Ortsbesichtigung mit rund 100 Gästen und Gratulanten dankte Müller allen Handwerkern und zuständigen Gremien für die gute Zusammenarbeit. Hindernisse seien immer schnell aus dem Weg geräumt worden. "Zukunft braucht Herkunft!" resümierte Bürgermeister Ulrich Berger beim Rohbaufest und sprach er von einem besonderen Tag, "denn die Geschichte des Salinator-Penning-Hauses wird weiter geschrieben".

realisiert durch evolver group