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Salzkotten Ritter und Knappen erobern Salzkotten

Erster Mittelalter-Markt im Franz-Kleine Park lockt rund 2.000 Besucher an

VON ANDREAS GÖTTE
10.06.2014 | Stand 09.06.2014, 19:20 Uhr
Die Organisatoren Stephan und Katja Scherwitzki (v. l.) aus Soest und die Sälzer Helmut Petzold und Ellen Wulf-Petzold haben Spaß in der Spanferkelbräterei. - © FOTO: ANDREAS GÖTTE
Die Organisatoren Stephan und Katja Scherwitzki (v. l.) aus Soest und die Sälzer Helmut Petzold und Ellen Wulf-Petzold haben Spaß in der Spanferkelbräterei. | © FOTO: ANDREAS GÖTTE

Salzkotten. Auch bei heißen Temperaturen in seiner Schweinebräterei bleibt Helmut Petzold ganz cool. Schließlich nennt sich der Salzkottener auch Helmut der Gutmütige. Bei der Premiere des Mitaltermarktes im Franz-Kleine-Park geht es gemütlich, fast schon ein wenig beschaulich zu.

Bei der Sippe der Amisia wird gerade Schweinefleisch am Spieß gedreht während fliegende Händler auf Kundschaft für ihre einzigartigen Waren warten. Dann kommt etwas Bewegung ins Lager. Ein paar Ritter haben eine junge Frau aufgegriffen, die gegen die strengen Sitten verstoßen haben soll. Ein Fall für Bruder Dickbert. Der Prangermönch schaut sich das Mädchen ganz genau an, zückt seine Schandgeige, um zu einer gerechten Strafe zu kommen. Für den frühen Abend ist zudem noch ein Hexenprozess anberaumt.

Vier verschiedene Heerlager haben für drei Tage ihre Zelte in Salzkotten aufgeschlagen. Dazu kommen noch 19 Händler, eine Taverne, Gaukler und Spielleute und mit Beginn der Dunkelheit auch eine Feuershow mit Feuerstäben, die einen Funkenregen verursachen.

Helmut Petzold hat zusammen mit den "Fröhlichen Normannen", einer Interessengemeinschaft mittelalterlicher Händler aus Soest, die mittelalterliche Epoche nach Salzkotten gebracht. "Ich möchte den Sälzern das mittelalterliche Leben vermitteln und mal etwas anderes fernab von den herkömmlichen Veranstaltungen anbieten", sagt Helmut, der Gutmütige. Mit seiner Schweinebräterei zieht er von Markt zu Markt. "So ein Markt ziehe auch mal ein anderes Publikum an", ergänzt Stephan Scherwitzki von den "Fröhlichen Normannen. In ihrer Taverne gibt es Met, Kirsch- und Apfelbier, dunkles und naturtrübes Bier.

Auch Richard Gösken war mit dabei. Der Sälzer nutze die Gelegenheit seine vielen Gewänder an den Mann oder die Frau zu bringen. Schließlich kommt der nächste mittelalterliche Markt bestimmt.

Von Markt zu Markt tingelt auch Jörg Korte aus dem westfälischen Halle. In Isselhorst bei Gütersloh war er kürzlich zusammen mit seiner Freundin als Wikinger in einem Lager. Normalerweise ist er nur Besucher von Märkten. "Man kommt zurück zu den Wurzeln, zu Ruhe und Gelassenheit. Das Mittelalter ist wie ein Gegenpol zur Neuzeit", sagt Wikinger Korte,, der Brettchenborte gestaltet. Zudem sei der Zusammenhalt größer als beispielsweise unter Nachbarn.

Besonders schwer haben es bei den schweißtreibenden Temperaturen die Ritter. Denn entsprechend gewandet, mit Schwert und Schild ausgerüstet kommen da schnell locker über 30 Kilogramm an Gewicht hinzu. Dennoch bewegen sich Thomas, Sohn des Grafen von Hardenberg alias Thomas Seelbach und Alcorian von Altenburg alias Karsten Schulz während ihres Freikampfes mit den Schwertern relativ leicht über das Gelände.

Die dreitägige Premiere in der Sälzerstadt kommt bei der Sippe der Amisia aus dem münsterländischen Neuenkirchen bereits am ersten Tag gut an. "Wir haben schon ganz gut etwas eingenommen und die Menschen in der Stadt begegnen uns sehr freundlich, so dass die Arbeit mit ihnen Spaß macht", stellt Jutta Wortmann fest.

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