0
SKM-Geschäftsführer Johannes Bracke, Probst Dr. Elmar Nübold, Referent der Caritas für soziale Brennpunkte Winfried Kersting, Schwester Elrike und Udo Bauchmann, Schatzmeister der Elendenbruderschaft (v. l.) - © FOTO: REINHARD ROHLF
SKM-Geschäftsführer Johannes Bracke, Probst Dr. Elmar Nübold, Referent der Caritas für soziale Brennpunkte Winfried Kersting, Schwester Elrike und Udo Bauchmann, Schatzmeister der Elendenbruderschaft (v. l.) | © FOTO: REINHARD ROHLF

PADERBORN Hilfe für die Ärmsten

Elendenbruderschaft der St. Liboriusgemeinde spendet 6.000 Euro

VON GIEW MASCHAJECHI
27.04.2011 | Stand 26.04.2011, 21:21 Uhr

Paderborn. Ursprünglich kümmerte sich die Elendenbruderschaft der St. Liboriusgemeinde um die Beerdigung von Menschen, die ein Leben am Rande der Gesellschaft führten. Heute unterstützt sie soziale Einrichtungen. Gestern konnten sich der Katholische Verein für soziale Dienste (SKM), sowie Ordensschwester Elrike über eine Spende freuen.

Vor über 500 Jahren, so Propst Dr. Elmar Nübold bei der Übergabe der Spenden, habe es sich die Elendendenbruderschaft der St. Liboriusgemeinde zur Aufgabe gemacht, sich um die Bestattung Wohnsitzloser zu kümmern.

Information

Die Elendenbruderschaft

Gegründet vor über 500 Jahren, nach der großen Pest im 14. Jahrhundert, setzten sich die Mitglieder dieser Vereinigung einst dafür ein, dass auch mittellose Menschen ein würdiges Begräbnis bekamen. Mit dem Sozialstaat Bundesrepublik wurde dieser Dienst überflüssig, weil fortan die Sozialkassen die Kosten der Beerdigung all derjenigen, die nichts hatten übernahm. Seither spendet die derzeit 369 Mitglieder zählende Elendenbruderschaft der St. Liboriusgemeinde ihren Jahresüberschuss an Hilfsorganisationen.

"Das passierte im Mittelalter recht häufig", berichtet Nübold. Heute kümmere sich das Sozialamt um die Beerdigung dieser Menschen. Darum habe sich die Bruderschaft zur Aufgabe gemacht, die Mitgliedsbeiträge sozialen Einrichtungen zu spenden. Einmal im Jahr treffen sich die Mitglieder der Bruderschaft, zu denen inzwischen auch Frauen gehören, nach einer Messfeier zu einem gemeinsamen Mahl. Dieses wird aus den Beiträgen bezahlt.Der Restbetrag werde für wohltätige Zwecke, der Unterstützung der Wohnsitzlosen, verwendet, so Probst Nübold.

Bedacht wurden in diesem Jahr Schwester Elrike von den Vinzentinerinnen für ihr Engagement bei den Wohnsitzlosen mit einer Summe von 1.000 Euro, und der Katholische Verein für soziale Dienste Paderborn (SKM), der sich über eine Spende in Höhe von 5.000 Euro freuen kann.

Schwester Elrike möchte das das Geld für die Unterstützung Bedürftiger verwenden . "Wir betreuen hier in Paderborn Familien, aber auch entlassene Häftlinge", berichtet sie. Erst kürzlich habe sie einem jungen Mann nach seiner Haftentlassung eine Spende für die Wiederherstellung seiner Zähne überreichen können. Neben dieser Hilfe, die Schwester, sorge man dafür, dass die Wohnsitzlosen die wichtigen kirchlichen Feste feiern können.

Der SKM nutzt das Geld für den Betrieb seiner Einrichtungen, wie der Tagesstelle in der Kapellenstraße oder der Übernachtungsstelle in der Wollmarktstraße. Hier, so SKM- Geschäftsführer Johannes Bracke, bekommen Wohnungslose rund um die Uhr Hilfe, finden eine Schlafstelle, erhalten Kleidung oder eine Mahlzeit. "Zusätzlich bieten Betreuer Unterstützung bei der Wiedereingliederung in die Gesellschaft, sagt der Geschäftsführer. Rund 500 Menschen suchen in jedem Jahr Hilfe in den Einrichtungen des SKM.

Mit der Spende, so Bracke, solle die Erneuerung der Dusche finanziert und eine Terrasse renoviert werden. Zusätzlich habe der Verein kürzlich einen Bauernhof erworben, der Wohnsitzlosen als Wohnstätte dienen soll. "Auch das kostet Geld", berichtet Bracke. Wie hoch die jährliche Spende ausfällt, darüber werde in der Bruderschaft immer zum Jahresende beraten, so der Schatzmeister der Bruderschaft, Udo Bauchmann. Er freute sich, im Namen der 369 Mitglieder auch in diesem Jahr wieder die Spende an die sozialen Einrichtungen überreichen zu dürfen.

Kommentare

Die Kommentarfunktion für diesen Artikel ist deaktiviert.

nw.de bietet Ihnen unter vielen Artikeln und Themen die Gelegenheit, Ihre Meinung abzugeben, mit anderen registrierten Nutzern zu diskutieren und sich zu streiten. nw.de ist jedoch kein Forum für Beleidigungen, Unterstellungen, Diskriminierungen und rassistische Bemerkungen. Deshalb schalten wir bei Artikeln über Prozesse, Straftaten, Demonstrationen von rechts- und linksradikalen Gruppen, Flüchtlinge usw. die Kommentarfunktion aus. Näheres dazu lesen Sie in unseren Nutzungsbedingungen für die Kommentarfunktion (Netiquette) und in dem Kommentar unseres Chefredakteurs Thomas Seim zur Meinungsfreiheit im Forum der NW.

realisiert durch evolver group