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Wilhelm Beckemeier, zuständig für die Bohrarbeiten, ist auf jede Menge Wasser gestoßen. - © FOTO: MARC KÖPPELMANN
Wilhelm Beckemeier, zuständig für die Bohrarbeiten, ist auf jede Menge Wasser gestoßen. | © FOTO: MARC KÖPPELMANN
Paderborn

Ottilienquelle sprudelt wieder

Dank einer Bohrung wird die Zapfstelle bald mit Wasser versorgt werden

VON KATHARINA BÄTZ
08.12.2013 | Stand 06.12.2013, 19:59 Uhr

Paderborn. Die Ottilienquelle – ein Fleck zwischen Fürstenweg, Rothebach und Pader, der bei vielen in Vergessenheit geraten ist. Einst zapften die Paderborner dort Wasser, doch mit der Zeit versiegte die Quelle. Bohrarbeiten haben jetzt dazu geführt, dass endlich wieder Wasser fließt. Getrunken werden darf es allerdings noch nicht.

Für die Arbeiter an der Ottilienquelle war es ein wundersamer Moment: Fünf Meter hoch war die Fontäne, die am Mittwoch aus der Erde schoss und sie knietief im Wasser stehenließ. Das war alles andere als geplant. "Eigentlich sollte hier viel weniger Wasser nach oben kommen", sagt Wilhelm Beckemeier von der Firma Engert, die die Bohrung vornimmt. Mit Hilfe von mehreren Pumpen und Stromaggregaten bekamen die Arbeiter die Lage jedoch schnell in den Griff. Heute wird der Druck durch eine Wassersäule kontrolliert.

Information

Die "Curanstalt Inselbad"

1856 ist das Geburtsjahr der "Curanstalt Inselbad".
Der Kommerzienrat Wiesehahn aus Dortmund, dessen Frau Ottilie hier Heilung gefunden hatte, baute den kleinen Badeort mit Kurhaus, Kolonnade und Badehaus zu einem "offenen Badeort" aus.
Dort wurden chronische Lungenleiden behandelt.
Heute erinnert der Name der Quelle an die Frau des Kommerzienrates.

Vor rund zwei Wochen hat die Reaktivierung der Ottilienquelle begonnen. Erst durch eine lockere Kiesschicht und anschließend durch Kalk drang ein Bohrer bis in 39 Meter Tiefe vor. Zuvor wurde ein Stahlrohr in das Bohrloch eingegeben, das die Arbeiter rundherum mit einer fünf Zentimeter dicken Zementschicht versahen. "So kann Wasser nicht unkontrolliert austreten", erklärt Hydrologe Frank Schmidt.

Er ist von der Qualität des aktuell 14 Grad warmen – oder kalten – Wassers überzeugt: "Sie entspricht der der alten Ottilienquelle", meint er. Das höher mineralisierte Wasser bleibe also auch weiterhin trinkbar, sagt auch Toni Wiethaup vom Amt für Umweltschutz und Grünflächen der Stadt. "Es ist allerdings kein Trinkwasser im Sinne der Trinkwasserverordnung." Auch um Heilwasser handele es sich nicht.

Damit die Paderborner möglichst bald wieder Quellwasser zapfen können, muss das Bohrloch schnellstmöglich weiter ausgebaut werden. Auch um eine Erosion, also das "Wegspülen" des Bodens, zu vermeiden. Wann genau die Arbeiten an der Ottilienquelle beendet sein werden, steht nicht fest. "Mit dem Heimatverein wollen wir auch noch über die Gestaltung eines neuen Brunnens sprechen", erzählt Hydrologe Schmidt. Denn der Heimatverein war es, der der Ottilienquelle in den 80er Jahren mit einem Stein seinen Stempel aufgedrückt hatte.

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