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Der Service-Punkt am Gleis 1 ist von der Schließung bedroht. Für das nächste halbe Jahr ist der Bestand aber sicher. Foto: Marc Köppelmann
Der Service-Punkt am Gleis 1 ist von der Schließung bedroht. Für das nächste halbe Jahr ist der Bestand aber sicher. Foto: Marc Köppelmann
Paderborn

Dach verteuert Bahnhofs-Neubau

Service-Punkt am Gleis 1 aufgrund personeller Umstrukturierungen gefährdet

01.10.2013 , 09:30 Uhr
Das mit dem Empfangsgebäude verbundene Dach am Gleis 1 des Hauptbahnhofs muss als Teil des geplanten Neubaus erneuert werden. Das würde sich auch in den Baukosten niederschlagen.Foto: Marc Köppelmann
Das mit dem Empfangsgebäude verbundene Dach am Gleis 1 des Hauptbahnhofs muss als Teil des geplanten Neubaus erneuert werden. Das würde sich auch in den Baukosten niederschlagen.Foto: Marc Köppelmann

Paderborn. Am Gleis 1 des Paderborner Hauptbahnhofs könnte zukünftig eine wichtige Hilfe wegfallen: Der Service-Punkt ist aufgrund bahninterner Umstrukturierungen gefährdet. Außerdem wird der geplante Neubau des Empfangsgebäudes für die Bahn erheblich teurer als bisher angenommen. Nachdem die Bahn die Überdachung am Gleis 1 ursprünglich belassen wollte, muss sie es nun doch ebenfalls erneuern.

Unter dem zu erneuernden Dach am Gleis 1 ist der Service-Punkt der Bahn derzeit noch eine Anlaufstelle: Haben Fahrgäste Fragen oder benötigen sie Unterstützung, dann gibt es helfende Service-Kräfte. In Zukunft könnte der Service-Punkt jedoch unbesetzt bleiben. Denn von einer möglichen Personalumschichtung bei der Deutschen Bahn könnte auch der Paderborner Hauptbahnhof betroffen sein.

Paderborn mit einem Hauptbahnhof der Kategorie 3 könnte gegenüber anderen Bahnhöfen einer höheren Einstufung - Kategorie 1 und 2 - Service-Mitarbeiter abgeben. "Dabei kann es sinnvoll sein, Serviceleistungen auf Stationen mit geringer Nachfrage entsprechend anzupassen, um damit den Service auf nachfragestarken Stationen zu stärken", erklärte Andrea Brandt, Pressesprecherin der Bahn und Leiterin des Regionalbüros Kommunikation NRW. Zur Zeit gebe es für den Regionalbereich West, zu dem Paderborn gehört, aber keine Beschlüsse zum Einstellen des Service an einzelnen Stationen. Diese seien "in den nächsten sechs Monaten auch nicht zu erwarten", sagte Berndt.

Zugleich seien die täglich von 10 bis 19 Uhr am Bahnsteig tätigen Service-Kräfte eine freiwillige Leistung. Für den Hauptbahnhof Paderborn sei diese aufgrund der bahninternen Einstufung grundsätzlich nicht vorgesehen.

Joseph Vögele, Vorsitzender der CDU-Seniorenunion, sieht die Gefährdung des Service-Punkts vor allem für ältere Menschen mit Skepsis. Bei Zugausfällen, Verspätungen oder Änderung der Wagenreihungen seien die Mitarbeiter mit den roten Mützen bereits heute viel zu selten vor Ort.

Wie die Bahn erklärte, steht das Reisezentrum nicht zur Disposition. Der Fahrkarten-Bereich sei völlig unabhängig von der DB Service und Station NRW. Demnach werde Paderborn auch nicht zu einem Automaten-Bahnhof, wie es vereinzelt bereits befürchtet wurde.

Dass die Dachkonstruktion am Gleis 1 neu errichtet werden muss, liegt an ihrer Befestigung an dem bisherigen Empfangsgebäude. Die Bahn hatte zunächst geplant, es nicht zu erneuern. Aufgrund der Statik beim Neubau müsse sie es nun doch tun. Dies sei eine besondere Herausforderung "und bedeutet einen erheblichen finanziellen Mehraufwand", sagte Martin Nowosad, Leiter des Bahnhofsmanagements Bielefeld. An den zum Vorhaben-Beginn ursprünglich genannten Gesamtkosten von 4,4 Millionen Euro beteiligt sich die Stadt Paderborn mit einer Million Euro. Dieser Betrag ist per Ratsbeschluss fixiert. Hinzu kommen jedoch die Kosten für eine mögliche neue Radstation. Diese zählt zu den ruhenden Anlagen des Bahnhofs, für die die jeweilige Kommune zuständig ist.

"Wenn wir die Radstation halten wollen, dann müssen wir etwas machen", sagte Stadtsprecher Jens Reinhardt. Bisher ist das Service-Angebot am Gleis 1 untergebracht. Wo beim Neubau des Empfangsgebäudes Platz für eine Radstation wäre, klären Stadt und Deutsche Bahn in gemeinsamen Gesprächen.

Insgesamt befindet sich das Vorhaben zum Neubau eines modernen, so genannten Tageslichtbahnhofs auf der Bahn-Seite mit der genauen Kostenberechnung und Genehmigungsplanung derzeit in den Projektstufen 3 und 4. Auf einen genauen Beginn der Arbeiten legt sich die Bahn nicht fest.

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