Paderborn Aus Karl Wagenfeld wird Lavendelweg

Bezirksausschuss votiert für Straßen-Umbenennung

Paderborn-Elsen (ag). Anwohner der Karl-Wagenfeld-Straße in Elsen müssen sich auf einen neuen Namen ihrer Straße einstellen. Bei zwei Gegenstimmen und zwei Enthaltungen stimmte der Bezirksausschuss Elsen für die Umbenennung in Lavendelweg.

Diesen Namen hatte Ortsheimatpfleger Bernd Peitz als dafür zuständige Person vorgeschlagen. In einer Versammlung waren 21 von 23 Anwohnern damit einverstanden.

DIP-Mitglied Rainer Lummer hatte zuvor mit dem katholischen Widerstandskämpfer Willi Graf einen Gegenantrag gestellt. "Mir ist der Straßenname nicht politisch genug. Wenn das so weitergeht, sollten wir vielleicht den Rat und nicht den Ortsheimatpfleger vorschlagen lassen", so Lummer. SPD-Mann Wolfgang Pöppel bezeichnete "Lavendelweg" "etwas schmusig". Vielleicht sollte der Ortsheimatpfleger bei einem so sensiblen Thema vorher besser Kontakt zum Ausschuss aufnehmen. Auch CDU-Mitglied Thorsten Jakobsmeyer war nicht ganz glücklich mit dem neuen Straßennamen. Das Gebiet Elser Heide sei von Namen geprägt.

Dagegen sprach sein Parteikollege Raimund Bredenbals davon, der Entscheidung mit Respekt zu begegnen. Einen neuen Konsens zu finden, werde schwierig werden. FDP-Mitglied Alexander Senn verwies auf die breite Mehrheit, die sich für den Namen Lavendelweg ausgesprochen habe. "Wir können den Anwohnern vor Ort nicht etwas aufdrängen, zumal sie mit 50 Euro für ihre zusätzlichen Kosten eher mäßig entschädigt werden", meinte der Liberale.

Auf die Umbenennung war man gekommen, weil Karl Wagenfeld nicht nur ein bekannter Heimatdichter und Gründer des Westfälischen Heimatbundes, sondern auch ein überzeugter Nationalsozialist gewesen war.

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