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Paderborn Stellenabbau bei Benteler geht weiter

In OWL rund 400 Mitarbeiter betroffen

06.05.2013 , 07:32 Uhr

Paderborn (fr). In der Belegschaft des Benteler-Konzerns herrscht nach Betriebsratsangaben große Unruhe. Die Unternehmensleitung informiere die Mitarbeiter nicht darüber, wie der angekündigte Stellenabbau nun umgesetzt werde, sagte der Gesamtbetriebsratsvorsitzende Christian Schachten.

Wegen der Absatzflaute in der europäischen Autoindustrie hatte der Zulieferer im Januar angekündigt, in der Automobiltechnik-Sparte weltweit 1.800 Stellen, davon 500 im Inland, abzubauen. Inzwischen geht der Betriebsrat davon aus, dass in OWL an den Standorten Paderborn, Bielefeld, Kleinenberg und Warburg insgesamt 399 Stellen gestrichen werden. Allein am Hauptstandort Paderborn fallen demnach 310 Stellen weg.

Der Stellenabbau soll vor allem in Verwaltungs- und Zentralfunktionen (vom Einkauf bis zur Personalverwaltung, aber auch Logistik und Entwicklung) erfolgen. "Um festangestellte Mitarbeiter zu retten, wird es in Paderborn gegen den anfänglichen Widerstand der Unternehmensleitung auch Versetzungen in die Produktion geben", so Schachten. "80 befristet eingestellte Beschäftigte in der Fertigung verlieren in Paderborn deshalb ihren Job". Leiharbeiter gebe es dort nicht mehr.

Trotz monatelanger Verhandlungen über sozialverträgliche Lösungen erwartet Schachten auch in Kleinenberg und Bielefeld betriebsbedingte Kündigungen. In Warburg sei der geplante Abbau von 39 Stellen bereits erreicht – 19 Mitarbeiter hätten dort einen Aufhebungsvertrag angenommen, in Kleinenberg seien es sechs Mitarbeiter, in Bielefeld zehn.

Benteler-Sprecherin Gudrun Girnus sagte, sie könne die genannten Zahlen so noch nicht bestätigen. Bis Mitte Mai liefen die freiwilligen Programme, erst dann sei klar, an welchem Standort in welchem Umfang Stellen abgebaut würden. Bisher habe es noch keine betriebsbedingten Kündigungen gegeben.

Benteler streicht auch an anderer Stelle: Das Werk Melfi in Italien hat der Konzern an eine Fiat-Tochter verkauft.