PADERBORN Neuer Bahnhof soll 2015 fertig sein

Martin Nowosad nannte vor dem Rat Wunschtermin

VON WOLFGANG STÜKEN
"Hervorragende" Kooperation.
"Hervorragende" Kooperation.

Paderborn. Auf dem Weg zu einem neuen Empfangsgebäude des Hauptbahnhofs ist es zu einer leichten Verzögerung gekommen. Der Vorstand der Bahntochter Station und Service, der ursprünglich im Juni über die Vorplanung und Kostenschätzung entscheiden sollte, wird das Thema nun erst im September auf dem Tisch haben.
Diese Terminverschiebung nannte Martin Nowosad vom Bahnhofsmanagement Bielefeld am Donnerstag in einer Information für den Paderborner Rat.

Nowosad ist Repräsentant der DB Station und Service für die Region und Projektverantwortlicher für diesen Bahnhofsneubau. Einen Termin für den Baubeginn nannte er nicht. Am Neubau des Berliner Hauptstadtflughafens, dessen Einweihung ins nächste Jahr verschoben werden musste, könnten die Politiker sehen, was passiere, wenn ein Projekt nicht gut genug vorbereitet werde, wandte sich Nowosad an die Ratsrunde. Aber eine Schätzung hinsichtlich des neuen Bahnhofs ließ er sich doch entlocken: "Ich wünsche, dass wir ihn 2015 fertig haben."

Gebaut werden müsse unter enormen Sicherheitsanforderungen, denn der neue Bahnhof werde "unter dem rollenden Rad" errichtet. Das Gebäude werde "eine offene und einladende Atmosphäre" bieten. Als der Rat der Bahn im vergangenen Jahr einen Baukostenzuschuss der Stadt in Höhe von einer Million Euro zusagte, wurden die gesamten Baukosten auf 4,4 Millionen Euro geschätzt. Offenbar ist die Dimension des komplett verglasten neuen Empfangsgebäudes in der Zwischenzeit reduziert worden. War 2011 von 1.000 Quadratmetern Mietflächen im Neubau die Rede, bezeichnete Nowosad nun 800 Quadratmeter als "sinnvolle Größe". Mit allen heutigen Mietern des Hauptbahnhofs seien mittlerweile intensive Verhandlungen geführt worden, "wer von ihnen in den Neubau reingeht und wer nicht", berichtete der Bahn-Vertreter. Namen nannte er nicht, kündigte jedoch an, dass der Neubau zum Busbahnhof hin einen "Außensitzbereich" erhalten wird. Die genaue Lage der von der Stadt zu planenden beiden Abstellanlagen für Fahrräder bedarf noch weiterer Abstimmungsgespräche.

Zudem müssen noch mehrere Probleme gelöst werden: ,,Einige Schwierigkeiten" ergeben sich bei den Signalanlagen. Für Kopfzerbrechen sorgen auch die Lage und der Zustand eines unter dem Bahnhof verlaufenden "Benteler-Kanals", der stark sanierungsbedürftig sei. Eine weitere große Herausforderung ist laut Nowosad das "riesige" Bahnsteigdach des heutigen Bahnhofs, das am Gebäude befestigt ist. Dieses Dach an den Neubau anzupassen, werde "einige 100.000 Euro" verschlingen.

Nowosad ließ vor dem Rat mehrere Lösungen für den Hauptbahnhof Revue passieren, die in den letzten Jahren untersucht worden seien, darunter eine Minimalsanierung, eine grundlegende Sanierung, aber auch eine "Eigenentwicklung der Stadt", deren Dimensionierung sich freilich als nicht wirtschaftlich vertretbar erwiesen habe.

Indirekt räumte der Bahnsprecher ein, dass die Stadt 2008 mit ihrem direkt vor den maroden Bahnhof platzierten Protestschild "Unser Bahnhof gehört nicht aufs Abstellgleis" die Deutsche Bahn bewegt hat, aktiv zu werden. Über das Schild, so räumte Nowosad ein, habe er sich damals sehr geärgert. Und es habe ihn auch geärgert, dass die Stadt 2011 mit einem Planungsentwurf für den Neubau von DB Station & Service an die Öffentlichkeit gegangen sei.

Der Ärger scheint verflogen: Die heutige Zusammenarbeit von Stadt und Bahntochter in Sachen Neubau erhielt von Nowosad die Note "hervorragend".

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