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Das Hydroplane-Powerboot von Harry Strate und seinem Sohn Christoph schafft in der Spitze 120 Kilometer in der Stunde. Der Bolide im Maßstab 1:6 ist 1,50 Meter lang und bringt 16 Kilogramm auf die Waage. - © FOTO: ANDREAS GÖTTE
Das Hydroplane-Powerboot von Harry Strate und seinem Sohn Christoph schafft in der Spitze 120 Kilometer in der Stunde. Der Bolide im Maßstab 1:6 ist 1,50 Meter lang und bringt 16 Kilogramm auf die Waage. | © FOTO: ANDREAS GÖTTE

PADERBORN-ELSEN Mit Tempo 150 übers Wasser flitzen

Show-Rennen der Powerboot-Fahrer aus ganz Deutschland auf dem Nesthauser See

VON ANDREAS GÖTTE
21.05.2012 | Stand 20.05.2012, 19:30 Uhr

Paderborn-Elsen. Motoren heulen auf, in Sekundenschnelle zischt das Powerboot los und zieht eine riesige Wasserfontäne hinter sich her. Die Hydro-Planes, die Katamarane und die Einrumpfboote machen richtig Tempo – je nach Klasse sind beim Powerboot-Treffen des Allgemeinen Modellbau-Club (AMC) Geschwindigkeiten bis zu 150 Kilometern in der Stunde drin.

Ein handelsübliches Navigationsgerät im Modell-Boot zeigt nach dem rasanten Ritt das ungefähre Tempo an.Tempokontrollen gibt es hier nicht.

Information

Neuer Rekord

Der AMC Paderborn hat 65 Mitglieder.

Sie sind zwischen zehn und über 80 Jahre alt.

Ein Einsteiger-Powerboot gibt es ab 300 Euro.

Auf dem Nesthauser See ist aus Umweltschutzgründen nur Elektroantrieb erlaubt.

Ein Akku hält je nach Tempo zwischen fünf und 15 Minuten.

Beim 10. Powerboot-Treffen gab es mit 56 Startern einen neuen Teilnehmerrekord.(ag)

Dann eine Überraschung: Die Geräusche der über hundert schnellen Flitzer kommen nicht vom umweltschonenden Elektromotor, sondern von der Schiffsschraube. AMC-Vorsitzender Jürgen Overröder weiß warum. "Die Schraube liegt halb im Wasser zieht Luft und schlägt mit den Blättern auf die Wasseroberfläche", sagt der 55-jährige Informatiker.

Zwischen Fliegen und Schwimmen

In seinem Club werden neben Schiffen auch Autos und Flugzeuge gebaut und ausprobiert. Powerboot-Fahrer aus Paderborn gibt es im Club jedoch nur wenige. Die 56 Fahrer am Ufer sind aus ganz Deutschland angereist. Alle eint der Spaß an den schnellen Booten und der Gemeinschaftssinn. "Man trifft Gleichgesinnte, tauscht sich aus und fachsimpelt", sagt Vize-Vorsitzender Jörg Sentker aus Bielefeld. Powerboote hätten mit einem Spielzeug bei Geschwindigkeiten weit jenseits von Hundert nichts zu tun, stellt er klar.

"Es ist der Kompromiss zwischen Fliegen und Schwimmen, der mich reizt. Das ist oft ein schmaler Grat", sagt Sentker. Und in der Tat. Die pfeilschnellen Boote scheinen bei den Show-Rennen fast über das Wasser zu schweben. "Man muss die Boote so abstimmen, dass sie energieeffizient fahren", fügt Sentker hinzu.

Auf ein Tempo von 120 Kilometern in der Stunde bringt es der gelbe Hydro-Plane von Christoph und Harry Strate aus Blomberg. Rund 16 Kilogramm bringt der Bolide auf dieWaage, ist 1,50 Meter lang und schafft eine Dauerleistung von sechs bis acht Kilowatt. Einige tausend Euro haben Vater und Sohn investiert. "Ich hatte schon immer eine Nähe zum Wasser. Mich begeistert die Technik und das Miteinander", schwärmt der 20-jährige Christoph.

Weil viele der Fahrer ihre Powerboote bis ans Limit fahren, wird zwischendurch in mehreren Zelten fleißig geschraubt und gelötet. "Es bleibt nicht aus, dass mal ein Teil ausfällt", weiß Jürgen Overrödder.

Dann wird es nochmal spannend. Der T-Rex 700 von Sascha Bode wird für eine kleine Show präpariert. Der Elektro-Hubschrauber bekommt eine Kamera um wenig später die rasante Jagd auf dem See von oben zu filmen. Sascha Bode muss sein ganzes Können aufbieten, um an den flinken Booten aus der Luft dranzubleiben. Weil das schließlich gut gelingt, gibt es Szenenapplaus vom gut gefüllten Uferrand. Das nächste Treffen am Nesthauser See kann kommen.

www.amc-paderborn.de

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