Als Bauingenieur interessiert sich Hans-Josef Tegethoff für die Architektur der Paderhalle. - © FOTO: ANDREAS GÖTTE
Als Bauingenieur interessiert sich Hans-Josef Tegethoff für die Architektur der Paderhalle. | © FOTO: ANDREAS GÖTTE

PADERBORN Hans-Josef Tegethoff: "Wahlkampf macht mir Spaß"

Landtagswahl: Hans-Josef Tegethoff (FBI) will mehr Demokratie und Bürgernähe

VON ANDREAS GÖTTE

Paderborn. Mit seinem Ingenieurbüro für Bauplanung ist Hans-Josef Tegethoff sehr gut ausgelastet. Dennoch kandidiert der gebürtige Paderborner wieder für die Landtagswahl am 13. Mai. Auf Platz eins der Landessitze kandidiert er für den Wahlbezirk Paderborn-Stadt für die Freie Bürgerinitiative/Freie Wähler.

Ein Freibrief ist das noch lange nicht. Die Chance, in den Landtag einzuziehen, sind ungewiss. "Wir haben jedoch eine gewisse Wählerschaft, die uns permanent wiederwählt und uns gerne auf dem Wahlzettel sieht", sagt Tegethoff. Das habe man schließlich schon mal erreicht.

Information

Zur Person

  • Hans-Josef Tegethoff begann seine berufliche Laufbahn mit einer Straßenbauer-Lehre.
  • Anschließend absolvierte der Paderborner ein Bauingenieur-Studium.
  • Tegethoff ist verheiratet und hat zwei erwachsene Kinder.
  • Sein Sohn Dirk kandidiert für die FBI im Wahlbezirk Paderborn-Kreis.
  • Tegethoff treibt gerne Wintersport und joggt.
  • Er restauriert und sammelt Oldtimer.
  • Auch der Modellbau (Schiffe und Flugzeuge) gehört zu den Freizeitaktivitäten des 66-Jährigen.(ag)

Auch im zweiten Anlauf nach 2010 hat sich der 66-Jährige mehr Bürgernähe und Demokratie auf seine Fahnen geschrieben. "Der Bürger ist der Demokrat und muss mehr mitentscheiden können. Es darf nicht von oben nach unten delegiert werden", sagt das Paderborner FBI-Ratsmitglied.

Gemeindefinanzen reformieren

Volksentscheide wie beispielsweise über das Rauchverbot in Bayern oder bei Stuttgart 21 hätten zur Befriedung der Situation beigetragen. Eine Bürgerbeteiligung wünscht er sich auch bei der Entscheidung über einen möglichen Nationalpark Teutoburger Wald.

Die emporkommenden Piraten müsse man wie jede andere Partei ernst nehmen. "Sie haben zwar bisher keine Programme, dafür tun sie etwas gegen die Wahlmüdigkeit", ist Hans-Josef Tegethoff zwiegespalten. In der großen Bürgernähe der Piraten sieht er aber auch ein Problem. Schließlich könne man nicht jedem Bürger im Land nach dem Mund reden. Als Landtagsmitglied möchte Tegethoff die Gemeindefinanzen reformieren. Die Kommunen müssten auf eigenen Füßen stehen können und Bund und Land ihnen auch entsprechende Gelder für ihre Vorhaben stellen.

Für den Verkehrsflughafen Paderborn/Lippstadt wünscht sich der Direktkandidat eine verträgliche Nachtflugregelung und "andere Konzepte der Finanzierung anstelle von Quersubventionen wie in Dortmund". Weiter Stärken möchte Hans-Josef Tegethoff den Bildungs-und Forschungsstandort Paderborn.

Rückendeckung von der Familie

Das sei ein ganz wesentliches Standbein. Die Bürger fühlten sich von den Politikern mehr und mehr allein gelassen. Das bekomme er im Wahlkampf immer wieder zu hören, sagt der Amerika- und Kanada-Fan. "Ich spreche auch die Menschen an, aber die wollen erstmal von Politik nichts mehr hören", hat er festgestellt. Manchmal kämen aber auch "Bürger auf uns zu und freuen sich beispielsweise über unser Bürgerbegehren bezüglich der Stadtwerke", schildert der FBI-Kandidat.

Der kurze Wahlkampf in diesem Jahr sei sehr schwer, mache aber sehr viel Spaß und setze ungewollt Energien frei, sagt der agile 66-Jährige. "Wir finanzieren uns ja nur über Spenden, da muss ich mich bei dem Einsatz meiner Mitarbeiter bedanken", so Tegethoff. Die Rückendeckung von seiner Familie hat der Paderborner. Seine beiden Enkelkinder helfen ihrem Opa schon mal und hängen ein paar Plakate auf.

Mehrere Stunden ist der Freiberufler vor Ort bei den Wählern. Samstags ist er am Wahlkampf-Stand der FBI zu finden. Sein Lebensmotto "Nichts ist unmöglich, alle ist schaffbar", gilt auch für die Politik. "Ich möchte in den Landtag einziehen, um Dinge anzuschieben und auch aufzuklären", sagt er. Weltoffen zu sein, sei zwar wichtig. Man dürfe dabei nicht die eigene Region vergessen, meint der Bauingenieur. Politisch gesehen sieht Tegethoff die FBI in der Mitte. Dort ist bekanntlich das Gedränge in einer Demokratie besonders groß.

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