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Stephanie Sandfort, die Beisitzerinnen Alina Mertens und Iris Volpert, Manuel Izdebski, Martin Pantke, Gründungsmitglied Werner Kohnert, Beisitzer Alexander Pawlowski, Manfred Müller, Peter Struck, Gründungsmitglied Reinhard Klenke und Vorsitzender Dr. Dirk Prior haben sich um die rote Solidaritätsschleife versammelt. - © FOTO: ANDREAS GÖTTE
Stephanie Sandfort, die Beisitzerinnen Alina Mertens und Iris Volpert, Manuel Izdebski, Martin Pantke, Gründungsmitglied Werner Kohnert, Beisitzer Alexander Pawlowski, Manfred Müller, Peter Struck, Gründungsmitglied Reinhard Klenke und Vorsitzender Dr. Dirk Prior haben sich um die rote Solidaritätsschleife versammelt. | © FOTO: ANDREAS GÖTTE

PADERBORN-SCHLOß NEUHAUS Im Dienst der Menschlichkeit

Paderborner Aids-Hilfe hat auch 25 Jahre nach ihrer Gründung eine Menge zu tun

VON ANDREAS GÖTTE
14.02.2012 | Stand 13.02.2012, 19:57 Uhr

Paderborn-Schloß Neuhaus. Sie ist immer noch nicht heilbar, die Medikamente haben Nebenwirkungen und soziale Ausgrenzung gibt es auch heute noch. Im Kampf gegen die Immunschwäche-Krankheit Aids steht die ehrenamtliche Paderborner Aids-Hilfe bereits seit 25 Jahren Betroffenen mit Rat und Tat zur Seite und leistet gerade unter jungen Menschen ganz viel Aufklärungsarbeit.

"Unsere Hauptaufgabe liegt in der Prävention. Wir müssen die Krankheit wieder mehr ins Bewusstsein rücken", betonte die Vize-Vorsitzende Stephanie Sandfort während der Jubiläumsfeier im Spiegelsaal Schloß Neuhaus. Der Kampf gegen Aids gehe alle an. Gefragt sei zudem ein vorurteilsfreies Engagement für die Betroffenen mit Toleranz und Akzeptanz. Künftig wolle der Verein noch mutiger werden, um auch Gelder aus dem wirtschaftlichen Sektor zu bekommen.

Für eine breite Integrationsbewegung von Betroffenen in die Gesellschaft trat Aids-Hilfe- Schirmherr Manfred Müller ein. Zwar sei die Behandelbarkeit von Aids verbessert worden. Die Betroffenen brauchten jedoch Hilfe, weil häufig schwerwiegende Ängste existierten. "Wir müssen gerade Denjenigen helfen, die an den Rand der Gesellschaft gedrängt werden", betonte der Landrat. In einem Klima von Toleranz, Internationalität und Weltoffenheit müsse die Aufklärungsarbeit weiter fortgesetzt werden. Ein gutes Beispiel dafür sei die Kooperation der Aids-Hilfe mit den Schulen.

Martin Pantke, zweiter stellvertretender Bürgermeister, lobte die Paderborner Aids-Hilfe für ihren Elan und ihre Hartnäckigkeit. Es gebe einen politischen Konsens zwischen allen Fraktionen, diese Arbeit weiter zu unterstützen. Ein produktives Ehrenamt brauche schließlich professionelle Strukturen, meinte Pantke.

Hauptrisikogruppe für eine Ansteckung bleiben Schwule. Sie machen 80 Prozent der Neuinfektionen aus. "Deshalb müssen wir uns mit schwulen und lesbischen Lebenspartnerschaften solidarisieren und auch die Rahmenbedingungen entsprechend gestalten", forderte Landesverbands-Vorstandsmitglied Peter Struck (Aids-Hilfe Bielefeld). Noch immer würde ein Drittel aller Neudiagnosen zu spät gestellt und damit der optimale Zeitpunkt für eine Therapie verpasst. Manuel Izdebski, Bundesvorstand der Deutschen Aids-Hilfe, sprach von einer starken Selbsthilfebewegung. Mittlerweile habe sich das gesellschaftliche Klima gewandelt. Homosexuelle Männer bekleideten sogar hohe Staatsämter. Zudem habe Deutschland weltweit die niedrigste Infektionsrate, betonte Izdebski.

Angesichts von Stigmatisierung und Diskriminierung von Betroffenen bleibe dennoch in der Zukunft noch viel zu tun. Bei Ärzten würden zum Teil HIV-Positive erst abends in die Praxen gebeten. Migranten ohne Papiere würden kaum behandelt und auch Bewerber um einen Arbeitsplatz hätten es mitunter schwer.

Als singende Kellnerin, die plötzlich das Mikrofon ergriff, machte Else Mögesie alias Antje Huißmann zwischendurch auf sich aufmerksam. "Kann den Liebe Sünde sein?", sang sie passend zum Thema.

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