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Carlotta Caasmann, Lucas Machwitz, Madeleine Ruhe, Gerrit Helling und Eva Schotte (v. l.) haben es untersucht: Speisekarten bieten mitunter viel sprachliche Kreativität. - © FOTO: NW
Carlotta Caasmann, Lucas Machwitz, Madeleine Ruhe, Gerrit Helling und Eva Schotte (v. l.) haben es untersucht: Speisekarten bieten mitunter viel sprachliche Kreativität. | © FOTO: NW

PADERBORN "Chnitzel" mit "Sempf"

Paderborner Studierende fahnden nach Stilblüten in Speisekarten

28.12.2011 | Stand 28.12.2011, 17:50 Uhr

Paderborn. "Pizzabröttchen" und "Banannenmilch" – die Paderborner Gastronomie ist in Sachen Rechtschreibung ziemlich kreativ. Dies haben Studierende der Universität Paderborn im Rahmen einer Stichproben-Untersuchung festgestellt.

Die Nachwuchs-Wissenschaftler aus dem Bereich der Medienwissenschaften nahmen im Wintersemester Speisekarten und Werbeprospekte unter die Lupe. "Je größer die gastronomische Einrichtung war, desto weniger Fehler haben wir gefunden", sagt Heiko Appelbaum, der als Lehrbeauftragter das Projekt begleitet hat. Am besten haben die großen Fast-Food-Ketten abgeschnitten; Hier fanden die Studierenden keine Fehler.

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Einige Pizza-Lieferdienste und kleine Imbissbetriebe haben in Sachen Rechtschreibung jedoch durchaus Nachholbedarf. Wenn Worte wie "Chnitzel" und "Sempf" in den Speiseplänen auftauchten, mussten die Studierenden schmunzeln.

Dabei seien die meisten Fehler nicht allzu kritisch. "Solange man noch erkennt, was gemeint ist, gehört das auch irgendwie zur gastronomischen Vielfalt", sagt die Studentin Madeleine Ruhe.
Die Reaktionen der Betreiber, wenn sie auf die Fehler aufmerksam gemacht wurden, waren durchweg positiv. "Sie haben sich bedankt und waren sich nicht bewusst, dass die Schreibweise auf den Speiseplänen nicht immer korrekt ist."

Das Ergebnis ist nach Einschätzung der Studierenden kein Paderborner Phänomen. Es gelte sogar weltweit und lasse sich auch auf andere Dienstleistungsangebote – zum Beispiel an Urlaubsorten – übertragen. Im Ausland führe vor allem "kreatives Übersetzen" häufig zu viel belächelten Sprachpannen.

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