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PADERBORN Auch zu Ostern: Leben ohne Eier

Tierschutz im Alltag: Wie man "eifrei" kochen und backen kann

VON ELLEN KRAUSE
21.04.2011 | Stand 21.04.2011, 11:56 Uhr
Dr. Bettina Rehberg präsentiert vegane Waffeln mit Sojasahne und Produkte, die man statt Eiern beim Backen verwenden kann: Ei-Ersatz-Pulver, Sojamehl, geschroteter Leinsamen, Apfelmus oder eine zerdrückte Banane. - © FOTO: KRAUSE
Dr. Bettina Rehberg präsentiert vegane Waffeln mit Sojasahne und Produkte, die man statt Eiern beim Backen verwenden kann: Ei-Ersatz-Pulver, Sojamehl, geschroteter Leinsamen, Apfelmus oder eine zerdrückte Banane. | © FOTO: KRAUSE

Paderborn. Für die meisten Menschen ist Ostern ohne Eier nicht denkbar. Doch der jüngste Dioxin-Skandal hat vielen Verbrauchern den Appetit aufs Frühstücksei verdorben. Die Nachfrage nach Bio-Eiern ist deutlich angestiegen. Und nach der Lektüre der Bestseller "Tiere essen" von Jonathan Safran Foer und "Anständig essen" von Karen Duve, die sich kritisch mit den aktuellen Formen der Massentierhaltung auseinandersetzen, fragt sich mancher, ob es nicht auch Alternativen gibt.


Damit kennt sich Dr. Bettina Rehberg bestens aus. Die 41-jährige lebt seit 17 Jahren vegan, verzichtet also komplett auf tierische Produkte. Nicht nur beim Essen, sondern auch bei Kleidung, Schuhen und Kosmetika achtet sie darauf, nichts vom Tier zu verwenden. Bevor sie vegan wurde, war sie lange Vegetarierin. "Weil ich nicht wollte, dass Tiere für mich sterben." Dann las sie, dass Kühe gar nicht von alleine ständig Milch geben, sondern nur, wenn sie Nachwuchs haben, so dass sie immer wieder geschwängert werden.

Die Kälber werden ihnen jedoch sofort nach der Geburt weggenommen, worunter sie sehr leiden. Sobald die Milchleistung nachlässt, werden sie geschlachtet. Moderne "Hochleistungskühe" haben eine Lebenserwartung von fünf bis sechs Jahren, obwohl sie sonst 20 bis 30 Jahre alt werden können.

Und auf jedes weibliche Huhn, das Eier legt, kommt ein männliches Küken, das gleich nach der Geburt bei lebendigem Leibe zerschreddert wird. Für die Hähnchen haben die Eierproduzenten nämlich keine Verwendung, da für die Fleischproduktion andere Rassen gezüchtet werden. Über 40 Millionen Küken pro Jahr kommen so brutal ums Leben.

Als Bettina Rehberg dies erfuhr, beschloss sie sofort, von nun an vegan zu leben. Ihr Mann und ihre beiden Söhne (7 und 21 Jahre) und sind inzwischen ebenfalls seit Jahren Veganer, der Jüngere sogar von Geburt an. "Es ist eine einfache Art, Tierleid zu vermeiden, indem man etwas anderes isst. Und man ist dabei nicht darauf angewiesen, dass andere auch etwas tun", erklärt die promovierte Mathematikerin.

Als sie sich entschied, Vegetarierin zu werden, sei das gewesen, als ob eine Last von ihr abgefallen sei. "Endlich hatte ich etwas getan und brauchte kein schlechtes Gewissen mehr zu haben. Ich fühlte mich viel freier!"

Dies ist mit ein Grund, warum sie sich immer wieder an Infoständen in der Westernstraße engagiert. "Man ist als Kind so in diesem System drin, dass man zwar weiß, dass es falsch ist, Fleisch zu essen, aber trotzdem damit weiter macht. Häufig sind es ja auch die Eltern, die ihre Kinder davon abhalten wollen, Vegetarier oder Veganer zu werden, weil sie denken, das sei nicht gesund. Deshalb möchte ich helfen Menschen darüber aufklären, dass es einem bei dieser Lebensweise an nichts fehlt, um Eltern die Angst zu nehmen."

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