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Marah und Marius müssen ihrem Roboter-Gefährt immer wieder auf die Sprünge helfen. Hinter ihnen ein begeistertes Publikum. - © FOTO: HANS-HERMANN IGGES
Marah und Marius müssen ihrem Roboter-Gefährt immer wieder auf die Sprünge helfen. Hinter ihnen ein begeistertes Publikum. | © FOTO: HANS-HERMANN IGGES

Paderborn Im Hexenkessel der Roboter

Paderborner Regionalsieger dürfen in der Türkei und inTaiwan nochmal glänzen

VON HANS-HERMANN IGGES VON HANS-HERMANN IGGES
07.12.2009 | Stand 06.12.2009, 19:52 Uhr

Paderborn. Auf den Rängen, wo sonst meist Damen im Kostüm oder Herren in grauen Anzügen mit Krawatte sitzen, brodelt es. 200 Jugendlich feuern ihre Teams an, Sprechchöre übertönen wummernde Beats. Die unterstreichen die Dramatik ganz vorn. Den Wettlauf mit der Uhr. Zweieinhalb Minuten nur.

So kurz ist die Zeit, in der jedes Team den Parcours schaffen muss. Oder besser: Das Robotergefährt aus Lego-Steinen, den jedes der 24 Schülergruppen aus sieben zentraleuropäischen Ländern zu absolvieren hat. Aber es läuft nicht gut für Marah und Marius. Ihr Gefährt bleibt immer wieder hängen.

Dabei liegt das Team mit Marah und Marius, zu dem noch drei andere Schüler des Mendener Walburgisgymnasiums und zwei Trainer gehören, gut im Rennen. Die Jugendlichen haben die Juroren, unter ihnen den Paderborner Informatik-Professor Gregor Engels, der ehrenamtlich für die Initiative "Paderborn ist Informatik" mitmacht, mit einer sauberem Forschungsdemonstration, ihrem Roboter-Design und dem Teamwork überzeugt.

Kein Wunder: Schon vor 14 Tagen hatten die Mendener, die sich "Attraktivundpreiswert" nennen, beim Regionalwettbewerb im Heinz Nixdorf Museumsforum sämtliche Konkurrenz aus dem Paderborner Land aus dem Feld geschlagen. Sie durften zum Bundesfinale nach Bonn, wo sie sich wiederum fürs Zentraleuropa-Finale am Samstag in Paderborn qualifizierten.

"Zum Glück waren das alles keine weiten Fahrten," sagt Coach Markus Fleige und meint damit: Die Mendener finanzieren fast alles selbst. Allein ihre Trikots hat eine Bank übernommen. Da ist dann auch das Baumaterial kostbar: "Die Lego-Komponenten lassen wir von einer Bekannten in Kalifornien kaufen, da sind sie billiger," verrät Markus Fleige. Als sie im vergangenen Jahr sogar zu den offenen Weltmeisterschaften nach Minneapolis in die USA fahren durften, rührten sie notgedrungen doch die Werbetrommel und fanden schließlich 16 Sponsoren.

Und jetzt brauchen die Mendener wohl ieder solvente Geldgeber: Mit ihrem zweiten Platz qualifizierten sie sich in Paderborn für die europäische Meisterschaft in Istanbul und sogar für das asiatische Finale in Taiwan. Auf dem ersten Platz landete das Team der Ketteler-Realschule Hopsten in Salzbergen: Sie dürfen zur Weltmeisterschaft nach Atlanta (USA).

Weshalb es übrigens bei den Mendenern beim eingangs beschriebenen Robot-Game nicht so klappen wollte, war am Ende schnell festgestellt: Ein kleines Spezial-Legoteil war ausgerechnet vorn am Roboter abgebrochen, so dass der quasi dauernd über seine eigenen Füße stolperte.

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