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Paderborn Kämpfer für Kinderbibliothek

Initiative sammelt Unterschriften im Vorfeld möglicher Sparmaßnahmen

VON HOLGER KOSBAB
26.11.2009 | Stand 25.11.2009, 19:21 Uhr
Heike Haase mit Sohn Julius, Ina Stollhans sowie Natascha Predeek mit ihren Kindern Kester und Jella (v. l.) vor der Kinderbibliothek, die in zentraler Lage bleiben soll. - © FOTO: HOLGER KOSBAB
Heike Haase mit Sohn Julius, Ina Stollhans sowie Natascha Predeek mit ihren Kindern Kester und Jella (v. l.) vor der Kinderbibliothek, die in zentraler Lage bleiben soll. | © FOTO: HOLGER KOSBAB

Paderborn. Gestern standen Heike Haase, Natascha Predeek und Ina Stollhans vor verschlossenen Türen. Da es ein Mittwoch war, wunderten sie sich nicht. An diesem Tag hat die Kinder- und Computerbibliothek (Kibi und Combi) immer zu. Sollte jedoch einer der möglichen Sparvorschläge der CDU-FDP-Ratskoalition greifen, so könnte es sein, dass die Kibi aus der Rathauspassage fortziehen muss. Das will die Initiative "Kibi soll bleiben" verhindern.

Bisher haben die engagierten Paderbornerinnen rund 100 Unterschriften zusammen. "500 plus sind das Ziel", sagt Haase. Die Listen liegen an vielen Orten aus, an den Adventssamstagen wird vermutlich auch in der Fußgängerzone gesammelt. Noch vor Weihnachten sollen sie an Bürgermeister Heinz Paus in einem passenden Rahmen übergeben werden. Doch der Initiative geht es nicht nur um die Kibi und Combi. Auch für die auf dem Prüfstand stehenden Stadtteilbibliotheken und die möglicherweise ganz wegfallende Artothek kämpfen sie. Bisher besteht die Initiative "Kibi soll bleiben" aus fünf Leuten, die sich regelmäßig treffen. Vor allem sehr gut vernetzte Mütter, so Haase.

Haase geht es bei der Kibi besonders um einen eigenständigen Standort, an dem Kinder lesen und spielen können: "Ein übersichtlicher Raum, in dem wir Kindern Bücher nahe bringen können." Die heutige Kibi sei ein ganzes Haus nur für Kinder und ein beliebtes Ausflugsziel für Schulklassen. Diesen Status quo sollte man erhalten. Zugleich spreche bei einem alternativen Standort in zentraler Lage nichts gegen einen Auszug aus der Rathauspassage. Der Mietvertrag an diesem Standort endet zum 30. September 2011.

"Die Stadt wirbt für Familienfreundlichkeit und macht dazu aktuell eine Umfrage auf ihrer Internet-Seite", sagt Natascha Predeek. "Da passe es nicht, ausgerechnet in diesem Bereich zu sparen." Sie sei wie Haase auch bereit, mögliche Gebühren zu bezahlen, um den jetzigen Standort zu erhalten. Es gehe aber auch weniger darum, die Familien zu erreichen, die ohnehin mit ihren Kindern in die Bibliothek gingen, sondern jene die schon von geringen Gebühren abgeschreckt würden. Unterstützung hat die Initiative auch von den Mitarbeitern der Kibi. "Die begrüßen es", so Predeek.

Bereits 1990 wurde die Kibi vom Hauptstandort am Rothoborn an den Rathausplatz 7 (heute Bar & Celona) ausquartiert. 1997 folgte der Umzug in die Rathauspassage. Eine neuerliche Zusammenlegung ist seit langem ein Thema, sie wäre jedoch nur in einem Anbau möglich. Darüber wäre auch die Leiterin der Stadtbibliothek, Katrin Stroht, glücklich. "Im Moment sind es alles nur Überlegungen", sagt sie zu den auf dem Prüfstand stehenden Punkte. "Aus rein bibliothekarischer Sicht müsste es aber so bleiben, wie es ist", sagt sie und meint auch die Stadtteilbibliotheken. Denn vor verschlossenen Türen möchte man weder in Paderborn noch in Schloß Neuhaus stehen.
    

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